9.08.2010 Pamplona – Campo vor Cirauqui (33 km)

Wir lassen uns Zeit am Morgen in Pamplona, denn wir wollen um 9.30 Uhr die Laudes in der Kathedrale mitmachen. In der super ausgestatteten Kueche der Herberge gibt es Kaffee und Brot. Wir sind fast die letzten, ausser einer belgischen Familie, die mit zwei Jungen im Alter um die 10 laeuft. Der Vater ist tagsueber mit den zwei Jungs unterwegs und der 16-jaehrigen Tochter, die Mutter faehrt im Auto nebenbei und sorgt fuer alles, was die Familie braucht. DAS finde ich hervorragend. Sofort kommt bei uns die Idee auf, doch auch schon im naechsten Jahr mit unseren Soehnen zu laufen.

Die Laudes sind sehr schoen, die franzoesische Familie ist auch dabei, ansonsten ist die Kirche fast leer, waehrend gut 10 Maenner dort singen. Schade! Was uns ueberrascht, das ist ein Mann dazwischen mit einer schwarzen, langen Robe.

Nach den Laudes kaufe ich mir noch eine neue Jakobsmuschel fuer meinen Rucksack, denn die, die ich mitnahm, ist schon in Montserrat kaputt gegangen. Nun bin ich wieder ein kompletter Pilger. Auf dem Weg aus Pamplona heraus kaufen wir noch im Supermarkt ein und fruehstuecken auf einer Bank. Es ist ca. 13.00 Uhr, als wir die Stadt verlassen. Es ist bewoelkt und frisch.

Nun hat uns der Camino Francés wieder! Was jetzt anfaengt, das ist ein: „Ach, daran erinnere ich mich noch“ „Daran erinnere ich mich gar nicht“ „Hier haben wir das letzte Mal das gemacht!“

Naja, das wird sich irgendwann wohl geben, man kann nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen und nicht zweimal auf dem Camino dasselbe erleben, moechte ich auch nicht!!!

Relativ zuegig gehen wir die Steigungen an, es geht nun 12 km hinauf zum Alto de Perdón. Die Wegfuehrung hat sich etwas geaendert. Es gibt viel mehr Pisten – Schotterwege, die weichen Wege vom letzten Mal sind nur noch in Spuren vorhanden. Schade – vor allem fuer die Fuesse.

Am Hang treffen wir auf zwei junge deutsche Maedchen, die auf eine Bank Pause machen. Sie haben geplant, am 18. September in Santiago einzutreffen, dann sind wir schon lange zuhause! Sie werden mit den Staffelstaeben der Eurocompostela eintreffen.

Es dauert gar nicht lange, da sind wir auf dem Alto de Perdón. Ein kraeftiger Wind geht hier. Santiago will gleich weiter und so geht es gleich wieder bergab – hat es damals auch schon so viele Steine gegeben? Oder habe ich das wegen meiner besseren Schuhe damals nicht bemerkt?

Vor Uterga kommen wir an der Marienstatue vorbei und schenken Ihr ein Ave Maria. Uns kommt es so vor, als ob viel neu gebaut wurde seither. Ich erinnere von damals einfach mit Uterga und Muruzábal  zwei urspruengliche Bergdoerfer, in denen es nichts zu Essen gab und keine Herberge und keine Bar. Erst in Obanos gab es was. Jetzt gibt es ueberall Herbergen und vor dem alten Kern neue Haeuser.

In Obanos halten wir an zur Essenspause – vor der Kirche, die wir anschliessend besichtigen. Wir bekommen einen Sello und unterhalten uns eine Weile mit der Frau, die stempelt. Eine sehr harmonische Kirche, schoen, dass sie offen war.

Weiter geht es nach Puente la Reina, das ist ja nicht mehr weit. Hier wollen wir bei den Padres Reparadores einkehren, doch die Herberge ist completo. Es ist schon nach 18 Uhr und sie kostet nur 4 Euro, kein Wunder also.

Wir durchqueren Puente la Reina auf der Hauptgasse, kehren in die Santiagokirche ein und ueberqueren die Bruecke. Jetzt liegt ein heftiger Aufstieg vor uns – den kennen wir schon. Doch trotz spaeter Stunde schaffen wir ihn relativ leicht, er ist auch gegenueber dem letzten Mal etwas entschaerft. Am Zaun an der Landstrasse stecken wir Kreuze, fuer uns jeweils eines und eines fuer Silvia, an die wir gerade denken. Als wir in Mañeru ankommen, ist die Fuente weg, an der wir damals so viel Wasser getrunken haben.

Auch in Mañeru gibt es jetzt eine Pilgerherberge, eine private. Wir laufen weiter uns suchen uns auf dem Feld einen schoenen Schlafplatz. Wir finden eine geschuetzte Stelle, haeufeln etwas herumliegendes Stroh auf und geniessen eine ruhigen Abend auf dem Feld! Schoen war das – vor allem nachts die Sterne!

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