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	<title>Jubileo - Unser Camino de Santiago in 2010</title>
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	<description>Camino de Santiago von Barcelona nach Santiago de Compostela</description>
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		<title>15.8.2010 St. Juan de Ortega &#8211; Burgos (28 km)</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 17:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist Maria Himmelfahrt! Schon um fünf klingelt Santiagos Wecker. Er brach früh auf, denn er wollte nach Burgos heute laufen und früh ankommen. Schnell war er aus dem Bett und los, ebenso die Franzosen neben uns, auch so fünf-Uhr-Loslaufer, wie viele &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2011/01/05/15-8-2010-st-juan-de-ortega-burgos-28-km/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=100&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist Maria Himmelfahrt!</p>
<p>Schon um fünf klingelt Santiagos Wecker. Er brach früh auf, denn er wollte nach Burgos heute laufen und früh ankommen. Schnell war er aus dem Bett und los, ebenso die Franzosen neben uns, auch so fünf-Uhr-Loslaufer, wie viele Franzosen. Ich wollte schauen, ob ich irgendwo einen Bus fände und meine geschundenen Füße etwas schonen. Mit Santiago wollte ich mich wieder in der parroquialen Herberge treffen, deren Adresse wir in Logroño mitbekommen hatten. Für uns keine Casa delCubo in Burgos&#8230; Der Weg nach Burgos hinein ist ab Atapuerca nicht so toll, das kannte ich schon. Leider hatte ich gestern die Hospitalera nicht mehr erwischt, so dass ich sie nicht fragen konnte. Aus den ausgehängten Informationen wurde ich nicht schlau. Da ich aber dachte, ab Atapuerca als bedeutende Ausgrabunsstätte und daher Ausflugsort gibt es bestimmt etwas, wollte ich etwas später auf gut Glück aufbrechen und meinen Weg machen. Zudem wollte ich auch nicht im Dunkeln aufbrechen, da mir der Weg nach zwischen San Juan de Ortega und Agés ganz besonders schön in Erinnerung war. Ich schlief daher eine Stunde länger und machte mich dann fertig. Es war immer noch ein wenig dunkel, als ich auf den Vorplatz trat und so lag die Kirche von St. Juan noch in einem geheimnisvollen Dämmerlicht. Ich mag diesen Ort sehr!</p>
<div id="attachment_726" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101462.jpg"><img class="size-full wp-image-726" title="Madrugada San Juan de Ortega" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101462.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Morgendämmerung in San Juan de Ortega</p></div>
<p>Was sehen konnte man also schon und ohne Stirnlampe aufbrechen. Und nun begann der bezaubernde Weg nach Agés. Disfruta conmigo, genieß mit mir:</p>
<div id="attachment_727" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101464.jpg"><img class="size-full wp-image-727" title="Madrugada en el camino a Agés" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101464.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Morgens auf dem Weg nach Agés...</p></div>
<div id="attachment_728" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101467.jpg"><img class="size-full wp-image-728" title="Camino a Agés" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101467.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">...kann man sich kaum sattsehen,...</p></div>
<div id="attachment_729" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101468.jpg"><img class="size-full wp-image-729" title="Hermoso camino a Agés" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101468.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">...so schön ist es!</p></div>
<p>Nach einer Weile sehe ich einen Pilger am Weg sitzen. Er hat eine große Kamera in der Hand und wartet auf den Sonnenaufgang. Bestimmt hat er ein noch viel beeindruckenderes Bild gemacht als ich!</p>
<div id="attachment_730" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101473a.jpg"><img class="size-full wp-image-730" title="Sonnenaufgang: Rückschau in Richtung San Juan de Ortega" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101473a.jpg?w=640&#038;h=441" alt="" width="640" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Sonnenaufgang: Rückschau in Richtung San Juan de Ortega</p></div>
<p>Die Sonne brannte wie ein Feuer hinter den Bäumen der Hochebene. Ich blieb ein paar Minuten stehen, um mir das Naturschauspiel anzusehen und genieße. Ja, konnte ich auch, heute war ich allein unterwegs. Nur knapp vier Kilometer sind es von St. Juan nach Agés, bald lag das Dorf in einer Senke vor mir:</p>
<div id="attachment_732" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101472.jpg"><img class="size-full wp-image-732" title="En los ultimos momentos de la madrugada: Agés adelante" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101472.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">In den letzten Momenten der Morgenröte: Agés voraus!</p></div>
<p> Ein sanfter Abstieg führte mich nach Agés hinein. In der Herberge ist gerade Auskehr, die letzten Pilger ziehen auch hier von dannen. Doch wen sah ich da: Unser italienischer Radfahrer mit der gestreiften Jacke! Immer noch in dieser Gegend! Der Typ gibt mir echt Rätsel auf? Auf wen oder was wartet er? Warum ist er im Fußgängertempo unterwegs? Was macht er auf dem Camino? Agés ist sich des Camino bewusst und hat sich herausgeputzt und optisch dem romantischen Pilgerauge viel zu bieten!</p>
<div id="attachment_733" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101475.jpg"><img class="size-full wp-image-733" title="Tesoros de Agés " src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101475.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Agés Schätze</p></div>
<p>Da ich nun ganz in Ruhe vor mich hintrödeln kann, lasse ich mir auch Zeit und gönne mir ein Frühstück im Alquimista, einer urigen Bar mit wunderbarem Kaffee! Der Alquimista von Paulo Coelho war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Die Hauptfigur hieß auch Santiago! Und nach Santiago sollen es von hier aus noch 518 km sein, die Liste aus dem Folleto sagt 538! Egal, heute käme ich sowieso nicht mehr an&#8230;Es ist der heilige Sonntagmorgen und es ist Maria Himmelfahrt, das muss gefeiert werden. Meine Sonntagspflicht habe ich gestern schon erfüllt, ein weiterer Gottesdienst heute wäre Luxus, den ich mir natürlich gönnen werde, käme er des Weges. Ich setze mich zu einem anderen Pilger an den Tisch, der eindeutig den schönsten Tisch sich ausgesucht hat. Und ich bitte meinen unsichtbaren Begleiter mit an meinen Tisch&#8230; Und es geht, wie immer, um woher und wohin. Er ist Franzose und will nach Santiago, ganz langsam und gemächlich. Und ich komme auch in Kontakt mit einer blonden Frau aus Deutschland. Sie ist in Le Puy aufgebrochen und schon 6 oder 7 Wochen unterwegs, sie zählt innerlich nach&#8230; 6 Wochen! Da fällt mir ein: Wir waren heute vor drei Wochen aufgebrochen! Damit haben wir jetzt ca. 615 km und einen stolzen Tagesdurchschnitt von 28 km hinter uns. Sie und ich sind jeweils stolz auf uns! Da lohnt sich das Feiern doppelt&#8230;und ich gönnte mir einen 2. Café con leche. Der Tag läuft gut an!</p>
<div id="attachment_734" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101476.jpg"><img class="size-full wp-image-734" title="Malerisch: der alte Mühlstein, dahinter die Bar &quot;El Alquimista&quot; " src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101476.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Malerisch: der alte Mühlstein, dahinter die Bar &quot;El Alquimista&quot; </p></div>
<p>Beschwingt ob des Coffeins und der landschaftlichen Schönheit schreite ich weiter gen Atapuerca, und erreichte bald die kleine Puente de Agés, deren Konstruktion man  San Juan de Ortega zuschreibt.</p>
<div id="attachment_735" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101478.jpg"><img class="size-full wp-image-735" title="Puente de Agés" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101478.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Puente de Agés</p></div>
<div id="attachment_738" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101485.jpg"><img class="size-medium wp-image-738" title="Mein Freund der Hinkelstein" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101485.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mein Freund der Hinkelstein</p></div>
<p>Hinter Agés läuft man einiges auf der Landstraße, vorbei an abgemähten Weizenfeldern, aufwachenden Sonnenblumen und Hinkelsteinen, die uns schon auf Atapuerca einstimmen. In Atapuerca wurden 1994 in einigen Höhlen Knochen gefunden, die ca. 800.000 Jahre als sein sollen und schon von einem Homo, nämlich dem Homo Antecessor (Vorläufermensch), älter als die Neandertaler, abstammen sollen.  Die Kirche von Atapuerca und die ersten Häuser von Atapuerca leuchten im in der frisch aufgegangenen Sonne:</p>
<div id="attachment_736" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/camino-a-atapuerca.png"><img class="size-full wp-image-736" title="Camino a Atapuerca" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/camino-a-atapuerca.png?w=640&#038;h=479" alt="" width="640" height="479" /></a><p class="wp-caption-text">Auf dem Camino nach Atapuerca</p></div>
<p>In Atapuerca studiere ich den Busfahrplan. Es ist, wie es immer ist. Sonntags ist in Spanien wenig los. Es gab einen Bus, der fuhr gegen 13 Uhr. Nun war es kurz vor 8. 5 Stunden hier sitzen? Das Besucherbüro der Ausgrabungsstätte würde gegen 10 öffnen. Kurzes Nachdenken&#8230;schnelle Entscheidung. Naja, dann doch zu Fuß, aber diesmal würde ich hinter der Autobahn den anderen Abzweig nach Burgos nehmen, versprach ich mir. Die Strecke sollte besser sein, hatte ich in einem Pilgerforum gelesen&#8230;mal sehen! Der Rest von Atapuerca war schnell erledigt, dann ging es zur Sierra de Atapuerca. Linkerhand zog eine große, graue Schafherde den Berg hinauf. Ein Schaf hatten sie zurückgelassen, sah ich. Eins, nein zwei, ein Mutterschaf und ein frischgeborenes Lamm. Es war noch ganz feucht, sie leckte es trocken. Nach einer Weile stand es wackelig und zitternd auf, fiel wieder hin und stand auf, torkelte auf seine Mutter zu und begann zu trinken. Ein paar Pilger verweilten mit mir, um sich diesen besonderen Moment des Lebens mit anzusehen.  </p>
<div id="attachment_739" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/el-cordero.png"><img class="size-full wp-image-739" title="El Cordero" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/el-cordero.png?w=640&#038;h=479" alt="" width="640" height="479" /></a><p class="wp-caption-text">El Cordero - das Lamm</p></div>
<p> El Cordero &#8211; das Lamm. Was für ein Zeichen! Kurze Zeit später sah ich dieses auf dem Boden:</p>
<div id="attachment_740" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101490.jpg"><img class="size-full wp-image-740" title="Herz auf dem Weg" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101490.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Auf dem Herzensweg...</p></div>
<p>Es wird immer besser: ich genieße diesen Tag in meinem eigenen Tempo. Immer weiter stieg ich die Sierra bergan. Als erstes begrüßte mich das große Kreuz. Mir gefiel, dass der gelbe Pfeil da direkt nach oben zeigt. Stimmt. Da ist das wichtigste Ziel!</p>
<div id="attachment_743" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101492.jpg"><img class="size-full wp-image-743" title="Deutlich zielführend" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101492.jpg?w=640&#038;h=853" alt="" width="640" height="853" /></a><p class="wp-caption-text">Deutlich zielführend dieser Pfeil!</p></div>
<p>Nach dem Kreuz kommt die große Spirale. Damals hat mich die Spirale mehr interessiert als das Kreuz, heute war es umgekehrt. Groß ist sie geworden! Ich legte in der Mitte vier Herzsteine ab für eine Freundin, die ich gesammelt habe für sie und ihre Familie. Im letzten Jahr hatte sie eine Fehlgeburt, das Kind sollte Santiago heißen. Sie ist ebenfalls Maria sehr zugewandt, daher denke ich an sie und bete für sie und wünsche ihr unter uns drei Müttern alles Gute auf ihrem weiteren Weg. In der Ebene liegt nun &#8211; noch in der Distanz, so 20 km - Burgos uns zu Füßen. Auf denn!</p>
<p>Heute hatte ich eine nette Begegnung mit einem Spanier mit einem grünen T-Shirt: Wir trafen uns immer wieder, mal läuft er schneller, eine zeitlang in Begleitung eines Pärchens, dann mach ich weniger Pausen und komm wieder vorbei. Schließlich treffen wir uns wieder an einem Getränkeautomaten, der samt einem überdachten Rastplatz mitten in der Pampa nahe einem Fabrikgebäude steht. Ich genehmigte mir was Kaltes, ich weiß ja, was noch kommen würde. Als wir dort standen, kam uns ein Pilger entgegen. Wir wünschen ihm einen Buen Camino und fragen, wohin er jetzt zurückläuft. Ein paar Kilometer mehr, als wir dachten: Er will von Santiago nach Nepal! laufen. Letztes Jahr bin ich dem Langstreckenwanderer Bert Simon begegnet, der ist von Bombay nach Santiago gelaufen und hat es geschafft. Geht also! Na, dann wirklich: Chapeau! und BUEN CAMINO! Ich rechne nicht damit, dass er bisher angekommen ist&#8230;</p>
<p>Nun ging es über die Dörfer, damals nannte ich es den Hinterhof von Burgos. Es hat sich einiges verbessert. Da ich allein lief und niemanden störte, begann ich, ausführlich Lobpreis zu singen, das mach ich meistens nur, wenn ich alleine laufe. Heute war jedoch genau der Tag dafür, passte ja auch. Ich hatte meinen schönen heiligen Vormittag: statt Gottesdienst, dachte ich mir. </p>
<p>Und so zückte ich nun meinen Rosenkranz. Heute war er dran so wie das Amen in der Kirche. Ich wählte an diesem Tag natürlich die glorreichen Geheimnisse. Bei dem 4. Geheimnis, Maria Himmelfahrt, hatte ich ein unfassbares Erlebnis: Mir passiert es immer wieder, dass ich beim Imaginieren der Rosenkranzgeheimnisse plötzlich in das Geschehn hineingezogen werde. Heute erlebe ich sehr deutlich den Moment, wo Maria stirbt und in die geistige Welt übergeht, etwas Neues kommt hinzu. Und dann sehe ich, dass Jesus sie mit weit geöffneten Armen empfängt und mit einer so unvergleichlich warmen Stimme &#8222;Mama&#8220; zum Willkommen sagt, so als habe er lange voller Sehnsucht gewartet und sich unheimlich darauf gefreut, sie endlich in den Arm nehmen zu können. Er strahlte in so einem berührenden Glanz von Herzlichkeit, dass man auf ihn zulaufen möchte und sich ihm in die Arme werfen möchte. Und ich freute mich so für sie. Mir kamen im Gebet die Tränen. Und es kam ein weiteres Gefühl dazu: &#8222;Bitte, wenn&#8217;s irgend geht, das hätte ich auch gern, Jesus, dass Du da stehst, wenn ich sterbe, und mich mit meinem Namen so willkommen heißt!&#8220;  Er strahlte mich an: &#8222;Kannst Du haben! Ich werde da sein!&#8220; sagt er mit derselben warmen Stimme. Nach dem 10. Ave-Maria war das Geheimnis und die Vision vorbei, aber die Antwort und dieses warme Gefühl blieb. Und ehrlich: Ich habe an diesem Tag ganz viel Angst vor dem Tod verloren in der Vorstellung dieser Begrüßung beim Übergang. Und ich glaube an sein Wort! Was für ein Geschenk an diesem Himmelfahrtstag Mariens! Ich dachte auch wieder an &#8222;El Cordero&#8220; und den Herzensstein. Was für ein Wunder-voller Tag!</p>
<p>Hinter der Autobahn, an dieser kleinen Wohnsiedlung mitten in den Feldern, wähle ich diesmal den Weg an der Landstraße entlang. So langsam kommt auch die Sonne voll ins Tal, es wird warm. In einem weiten Bogen führte der Weg am Flughafen vorbei, dann überquerten wir eine Brücke über die Bahngleise und kamen in einem kleinen Ort an, Villafría. Dort gab es einige Bars, auch ein Hotel Las Vegas. Eingekehrt war ich heute schon, für mich ging es weiter, aber viele Pilger bogen ab. Und dann kommt sie, die unheimlich lange, gerade Straße nach Burgos hinein. Kilometerweit geht es nur geradeaus. Und ich bin sicher, nur weil es Sonntag war, war die Straße nicht so voll. An einem normalen Arbeitstag diese sechs-? acht-?spurige Straße??? So wars besser! Ein Fabrikgebäude neben Outlets und Lagerhallen. Das Industriegebiet von Burgos ist gewaltig. Irgendwann setzte ich mich mal auf eine Bank am Weg im Schatten von ein paar Büschen. Doch die Hoffnung treibt einen voran, irgendwann  muss das ja mal ein Ende haben und tatsächlich, irgendwann sah ich das Ortseingangsschild von Burgos, praktischerweise mit einer Uhr ausgestattet. Ich erreichte Burgos um 12.20 Uhr. Es sollte 21 Grad haben, gefühlt aber weit darüber.</p>
<div id="attachment_745" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101498.jpg"><img class="size-full wp-image-745" title="Ortseingang von Burgos Stadt" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101498.jpg?w=640&#038;h=853" alt="" width="640" height="853" /></a><p class="wp-caption-text">Ortseingangsschild von Burgos Stadt</p></div>
<p>Ebenso praktisch war der Stadtplan unterhalb. Ich suchte nach der Straße, wo die Emaus Herberge sein sollte und fand sie auch, San Pedro Cardeña. Das war einfach. Ich musste nur die Straße weiterlaufen, bis ich zu einem Kreisverkehr kam, wo es über eine Brücke hinweg zur Autobahn ausgeschildert war. Dann mußte ich direkt nach der Brücke rechts abbiegen und dann eine Platz überqueren, hinter dem Platz links und dann noch einmal rechts und dann würde ich da sein. Super, das würde ich finden! Und mit Burgos fingen auch die Läden an. Ich kaufte mir ein wundervoll knuspriges Stück Kuchen mit viel Puderzucker drauf, ähnlich einem Prasselkuchen. Dann begegnete ich dem Spanier mit dem grünen T-Shirt wieder, er lachte über meinen Kuchen und sagte, er hätte sich auch so einen gekauft. Als ich mich umdrehte, sah ich den Eingang einer Kirche hinter mir.</p>
<div id="attachment_746" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101500.jpg"><img class="size-full wp-image-746" title="Burgos, Santa Maria la Real!" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101500.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Burgos, Santa Maria la Real!</p></div>
<p>Ich verabschiedete mich von ihm und ging hinein. Er rief mir zu: &#8222;Nos vemos en el alberge! (Wir sehen uns in der Herberge!)&#8220; Ich dachte bei mir: &#8222;Eher nicht!&#8220; Ich ging ja nicht in die große neue Herberge, sondern wollte in die kleine, kirchliche names Emaus. Als ich in die Kirche kam, hatte gerade der Gottesdienst begonnen. Wie schön! Ohne alle Planung doch noch geschafft! Und dann hieß die auch noch &#8222;Santa Maria la Real&#8220;, perfekter geht es doch nicht! Ich setzte mich in die drittletzte Reihe direkt neben den Taufstein und packte meinen Kuchen wieder ein, das war das einzige bedauerliche, ich hätte ihn in dem Moment gern auch komplett aufessen können. Aber ein wenig Pietät muss ja auch sein, oder? Es war so ein richtig schöner Gemeindegottesdienst. Die Lesung kannte ich ja schon, die Offenbarung. Dann kam eine Lesung aus dem 1. Korinther, die hatte es gestern noch nicht gegeben. Ich hörte von Christus und Adam. Und dann den Satz: &#8222;El último enemigo que será destruido es la muerte,  pues Dios «ha sometido todo a su dominio».&#8220; (Der letzte Feind, der besiegt würde, ist der Tod. Denn Gott hat alles seiner Herrschaft unterworfen.) Puuhh, die arbeiteten aber heute wieder passgenau miteinander! Erst das Gebet mit dem wundervollen Todeserleben, dann das! Und dann kam wieder die Begegnung mit Elisabeth und das Magnificat aus dem Lukas-Evangelium. Ich schaute während der Predigt nach links zum Taufstein. Da waren große rote Buchstaben angebracht. Und dann war ich völlig überzeugt, dass ich gemeint war, dass ich einen solchen Tod haben darf, denn nur ich saß an diesem Tag nach diesem Gebetserleben in dieser Kirche neben diesem Taufstein:</p>
<div id="attachment_747" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101499.jpg"><img class="size-full wp-image-747" title="&quot;Hemos abierto la puerta del cielo para ti&quot;" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101499.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Hemos abierto la puerta del cielo para ti&quot; - &quot;Wir haben die Tür des Himmels für Dich geöffnet!&quot;</p></div>
<p>Die Tür des Himmels würde für mich geöffnet. Mehr als Wunder-voll. Wunder-Wunder-voll!!!</p>
<p>Watt? Pilger spinnen, drehen von der Sonne völlig durch?! Nein, das ist die Art, wie Gott sich uns auf dem Camino verständlich macht, man muss nur offen sein. Durch das Gebet, durch Dinge, die plötzlich vor unseren Augen auftauchen, durch Begegnungen, durch das Wort/die Lesung. Wie auf Wolken verließ ich die Kirche und schwebte kuchenessend die letzte Strecke bis zur Herberge. Unterwegs traf ich noch auf ein wahres Graffiti:</p>
<div id="attachment_748" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101501.jpg"><img class="size-full wp-image-748" title="Mandamiento del capitalismo: Pase lo que pase gana la banca&quot;" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101501.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Alle Gebote des Kapitalismus fassen sich in einem zusammen: &quot;Was auch passiert, die Bank gewinnt!&quot;  Wohl wahr!</p></div>
<p> Wenn man nach den Geboten des Kapitalismus lebt, ist das wohl wahr. Wenn nach Gottes Gebot und den Jesu Anweisungen für Gottes Reich lebt, dann unterliegt man dem nicht mehr.</p>
<p>Als ich bei der Herberge um die Ecke bog, sah ich als erstes - nein, nicht Santiago &#8211; ein grünes T-Shirt. Der Spanier war auch da! Wahrscheinlich hatte er aus meinem Rosario und meinem Kirchgang geschlossen, dass ich auch diese Herberge aufsuchen würde! Wir lachten uns an und wieder klickerte was nebenbei in mir. &#8222;Nos vemos después!&#8220; &#8211; &#8222;Wir sehen uns später&#8220;. Das hatte mir heute noch jemand versprochen. Und diese Begegnung schien mir nochmals als Bekräftigung dafür. Der Spanier heißt übrigens José und kommt &#8211; aus Barcelona!</p>
<p>Ich stellte meinen Rucksack in die Reihe vor die Herbergstür und unterhielt mich mit dem Spanier, da kam auch Santiago dazu. Er hatte die Stadtgrenze von Burgos schon um halb zehn überquert und war schon zur Sonntagsmesse in der Kathedrale gewesen, ganz ohne Eintritt, die anderen Messen sind ja in der Regel in den Seitenkapellen und das große Kirchenschiff dient nur für Besichtigungen. Und es muss sehr toll gewesen sein! So hatte jeder seins, wir beide waren zufrieden! Auch schön, oder?</p>
<div id="attachment_764" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1294.jpg"><img class="size-full wp-image-764" title="Catedral de Burgos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1294.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Die Kathedrale von Burgos</p></div>
<div id="attachment_761" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1301.jpg"><img class="size-medium wp-image-761" title="Die Marmortreppe mit Blick auf den internen Kircheingang" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1301.jpg?w=300&#038;h=203" alt="" width="300" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Die Marmortreppe mit Blick auf den internen Kircheingang</p></div>
<p>Die Herberge namens &#8222;Emaus&#8220; öffnete ihre Türen und wir wurden zunächst erstmal in einen Nebenraum gebeten, um Schuhe und Pilgerstäbe abzulegen. Dann ging es hinauf. Und waren wir gelandet. Hier war aber auch so etwas von die Tür zum Himmel aufgegangen! Über breite, glänzende Marmortreppen stiegen wir hinauf. Das war keine normale Pilgerherberge. Das war besser als ein Hoteleingang. Die Herberge war im Gebäude der Parroquia San José Obrero untergebracht.</p>
<p>Die Hospitaleros stellten sich als  Almudena und Javier aus Madrid vor. In einem schönen Aufenthaltsraum mit großem Esstisch und Bibliothek mit Sitzecke legten wir unsere Credenziale vor und wurden in die Liste eingetragen. Danach durften wir unsere Betten belegen. Die Namen der Zimmer waren nach Städten auf dem Camino benannt. Wir zogen nach Castrojeriz. Und dann die Zimmer! Die Doppelstock-Betten waren aus stabilem Holz. Neben jedem Bett war ein Ablageplatz mit Steckdose und Bettlampe. Die Matratze war dick und hatte einen karierten Bezug. Der Fußboden war gekachelt. Alles sah blitzsauber und frisch geputzt aus.  Und  die Badezimmer sahen so aus wie in einem besseren Congresszentrum. Auch wir durften auf unserem Camino mal Luxus haben. Die Herberge hat vier Zimmer, zwei Vierbettzimmer und zwei Sechsbettzimmer.</p>
<div id="attachment_754" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1300.jpg"><img class="size-full wp-image-754" title="Das Herbergszimmer von Emaus" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1300.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Das Herbergszimmer von Emaus</p></div>
<p>Wir duschten, machten uns ein leckeres Ciabatta und wuschen unsere Wäsche.  Almudena war in der Küche und bereitete die Cena vor. Wir fragten, ob wir helfen könnten. No, no necesario. Da waren wir reif für Burgos.Als schlenderten wir los und nach ca. 10 Minuten waren wir auch schon in der Innenstadt. Ich wollte auch nochmals in die Kathedrale und natürlich musste auch noch der Credenzial den Kathedralstempel haben. Vor der Kathedrale trafen wir Concepción, die Frau mit dem Pilgerwägelchen. Sie ist in der neuen Pilgerherberge, Casa del Cubo untergebracht. Wir schwatzen eine Weile, dann schickten wir sie in die Information der Kathedrale, damit auch sie ihren Stempel bekommt. Und während wir noch dort saßen und uns des Lebens freuten, wer fuhr da unten am Fuß der Treppe vorbei? Richtig: unser Italienischer Radfahrer mit der gestreiften Jacke!</p>
<p>Leider konnte man nicht mehr in die Kathedrale &#8211; jedenfalls nicht, ohne Eintritt zu bezahlen. Das war nur heute vormittag während des Gottesdienstes möglich. Doch die Gelegenheit hat mein Santiago genutzt. Erst um 15.00 Uhr ist wieder der Seitentrakt mit den Kapellen für Culto geöffnet, naja, mußten wir noch ein wenig warten.</p>
<div id="attachment_763" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101502.jpg"><img class="size-full wp-image-763" title="Concepción und Concepción vor der Kathedrale von Burgos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101502.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Concepción und Concepción vor der Kathedrale von Burgos</p></div>
<p>Bald wurde aber der Seitentrakt geöffnet und wir konnten nochmals Kathedralluft schnuppern und in den beiden offenen Kapellen uns an den Tag des Herrn erinnern. Wir versicherten uns, dass es am nächsten Morgen wieder die gesungene Messe um 10 Uhr gäbe, dann überließen wir uns wieder Burgos. Wir gingen zum Fluss und setzten uns auf eine Bank und jetzt gab es zur Feier des Tages ganz entspannt ein Eis.</p>
<div id="attachment_765" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/eisesser-in-burgos.png"><img class="size-full wp-image-765" title="Eisesser in Burgos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/eisesser-in-burgos.png?w=640&#038;h=241" alt="" width="640" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Eisesser in Burgos</p></div>
<div id="attachment_766" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101509.jpg"><img class="size-medium wp-image-766" title="Plaza Mayor in Burgos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101509.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Plaza Mayor in Burgos</p></div>
<p>Es dürfte gar nicht so heiß gewesen sein, wenn ich sehe, dass wir beide Jacken anhaben. Über die wunderschöne Plaza Mayor trödelten wir uns gemütlich  auf den Rückweg nach Emaús. Dabei fiel mir besonders ein Laden auf: Pecaditos hieß er, Sündchen bzw. kleine Sünden. Es ging um Lebensmittel!</p>
<p>Als wir wieder in der Herberge auftauchten, versicherten wir nochmals, dass wir nichts am Küchendienst verpassten. Nein, Almudena riet uns zur Eucharistischen Anbetung in der Kirche, sie hätte alles im Griff in der Küche. DAS war eine gute Idee und ein netter Zug von ihr! Die Kirche von San José Obrero ist recht modern und neu, doch es herrsche eine heimelige Atmossphäre darin. Als wir ankamen, war die Hostie in der Monstranz noch ausgesetzt und wir hatten eine schöne ruhige Zeit. Santiago schläft ja gern mal in der Kirche (das ist ihm auch nicht peinlich) und ich konnte einfach verweilen und genießen. Irgendwann stand der Pater auf, der vor dem Altar auf dem Fußboden gelegen haben musste, stellte die Monstranz ins Tabernakel und begann mit dem Gottesdienst. Mensch schön, nochmal! Drei Dinge fielen mir besonders auf in dieser Kirche: einmal die Heilig-Geist-Taube auf goldenen Strahlen auf dem Mittelausschnitt des Wandbildes Altars, dann ein Planetenmodell (ähnlich wie an der Weltzeituhr auf dem Alex) über dem Altar und an der Seite eine eindrucksvolle Jesus-Skulptur-Gruppe auf der rechten Seite. Sie war von einer Bank gespendet worden Es waren einige Pilger in der Kirche, die wir kannten: José und die Franzosen, aber auch einige neue Pilger, die man klar an ihrem Outfit erkannte.</p>
<div id="attachment_769" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1297.jpg"><img class="size-full wp-image-769" title="Iglesia San José Obrero Burgos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1297.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Iglesia San José Obrero Burgos</p></div>
<p>Vor dem gemeinsamen Abendessen saßen wir am Tisch noch eine Weile mit Almudena und Javier zusammen, es kam auch eine weitere Deutsche dazu, Andrea, sie hatte einen fränkischen Akzept. Almudena kam aus Madrid und war hier mit Javier Aushilfs-Hospitalera. Die Stamm-Hospitalera war eine Französin. Aber Almuldena sprach auch gut Französisch. Javier kam aus Argentinien, lebte aber schon eine Weile in Spanien. Almudena war ganz interessiert an meiner Arbeit und so hatte ich mal etwas Gelegenheit, über meine am christlich orientierten Heilpraktikertätigkeit zu erzählen. Mehr und mehr füllte sich nun der Tisch, bis wir alle eng beieinander saßen, ein kleiner Kreis, die hier alle wie wir die Acogica Cristiana suchten und fanden: das französische Pärchen, mit dem wir seit Logroño parallel liefen, José, zwei weitere französische Paare, Andrea, ein junger Spanier, zwei spanische Radpilgerinnen. Es wurde Peregrino gesprochen, ein bunter Sprachmix aus Spanisch, Deutsch, Französisch und Englisch, bis das alles einen &#8222;gefrässigen Schweigen wich. Gestern hatte es in der Gemeinde eine Party gegeben und wir waren die Nutznießer der exzellenten Überreste als Vorspeise: Salate, Canapés, gefüllten und fritierten Teigröllchen, gebratenen Fleischstückchen. Und als Hauptspeise gab es eine Linsensuppe mit mediterranem Gemüse. Hervorragend! Wir wurden alle wundervoll satt, es gab reichlich! Nach dem kulinarisch schmalen Abend in San Juan de Ortega eine willkommene Abwechslung!</p>
<div id="attachment_772" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1298.jpg"><img class="size-full wp-image-772" title="Cena de Emaús, Burgos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/cimg1298.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Abendmahl in Emaús, Burgos</p></div>
<p>Einer der Franzosen war erkältet und hatte schwere Halsschmerzen. Almudena schlug vor, dass ich ihn behandeln könnte, wenn wir beide wollen. Nun, um diese Uhrzeit fehlte mir einfach die Kraft und die Konzentration, aber am nächsten Morgen: Gerne. Wir wollten eh erst um 10 in die Kathedrale, da wäre vorher noch Zeit! Nach dem Abendessen und dem gemeinsamen Abwasch, von dem wir verschont blieben, weil wir so saßen, dass wir unseren Platz erst als letzte verlassen konnten, machten wir uns auf in Richtung Kirche.</p>
<p>Auf einer Empore über dem Kirchraum setzten wir uns im Kreis zusammen. Almudena leitete den Kreis an und ermunterte uns, von uns, unserem Aufbruch, unserem Weg und unseren Erfahrungen zu berichten. Santiago berichtete als erster, er legte uns ans Herz, unser Bewusstsein für den Wandel beim Pilgern zu öffnen, damit wir unseren wunderbaren Planeten nicht weiter zerstören. Bei seinen Worten kamen ihm die Tränen, so intensiv war sein Erleben inzwischen. Er sprach auch davon, dass es Tage gäbe, wo er einfach nur ankommen wolle und einfach ohne Pause weiterliefe, damit dies bald wäre. Almudena riet ihm, zwischendurch das Auf-dem-Weg-Sein über dem Ankommen nicht zu verpassen. Die Französin erzählte von einem Spruch, den sie vor dem Camino gehört hatte: &#8222;Nicht der Weg ist schwer, sondern das Schwere ist der Weg.&#8220; Inzwischen habe sie verstanden, was damit gemeint wäre: Pilgern ist schon immer wieder mal echt anstrengend, aber das gehört einfach dazu. Es hätte nicht die gleiche Wirkung, wäre nicht so prägend, wenn alles nur glatt und geradeaus ginge. Ich erzählte die Geschichte von meinem heutigen Gebet, meinen fabelhaften Aussichten für meinen Tod und dem Spruch am Taufstein. Auch hier, in dieser Herberge, hat sich der Himmel für mich geöffnet und ich dankte Almudena, Javier und der Gemeinde für diese schöne Herberge. </p>
<p>José erzählte uns, in diesem Frühjahr hätten sich so intensiv die Zeichen und Hinweise auf den Camino in seinem Leben gehäuft, dass er irgendwann nachgegeben und den Camino eingeplant hätte. Der Camino tat ihm ausgesprochen gut, denn er hatte gerade eine Trennung überstanden. Er hatte sich entschlossen, alle Kontrolle aufzugeben, und Gott alles zu überlassen, um ihm zu zeigen, warum er ihn auf dem Weg haben wollte. Er ging so weit, dass er Gott jeden Tag morgens darum bat, ihn wieder von Neuem zu überraschen. Das fand ich schön und nahme es auch für mich mit:</p>
<h2 style="text-align:center;"><strong>Überrasch mich bitte heute wieder!</strong></h2>
<h2 style="text-align:center;"><strong>Soprende me hoy otra vez!</strong></h2>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jubileo2010.wordpress.com/100/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jubileo2010.wordpress.com/100/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=100&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">imantlitzderliebe</media:title>
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		<media:content url="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101462.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Madrugada San Juan de Ortega</media:title>
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		<media:content url="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101464.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Madrugada en el camino a Agés</media:title>
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			<media:title type="html">Camino a Agés</media:title>
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			<media:title type="html">Hermoso camino a Agés</media:title>
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			<media:title type="html">Sonnenaufgang: Rückschau in Richtung San Juan de Ortega</media:title>
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			<media:title type="html">En los ultimos momentos de la madrugada: Agés adelante</media:title>
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		<media:content url="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101475.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Tesoros de Agés </media:title>
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			<media:title type="html">Malerisch: der alte Mühlstein, dahinter die Bar &#34;El Alquimista&#34; </media:title>
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			<media:title type="html">Puente de Agés</media:title>
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			<media:title type="html">Mein Freund der Hinkelstein</media:title>
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			<media:title type="html">Camino a Atapuerca</media:title>
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			<media:title type="html">El Cordero</media:title>
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		<media:content url="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101490.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Herz auf dem Weg</media:title>
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		<media:content url="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101492.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Deutlich zielführend</media:title>
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		<media:content url="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2011/01/150820101498.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Ortseingang von Burgos Stadt</media:title>
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			<media:title type="html">Burgos, Santa Maria la Real!</media:title>
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			<media:title type="html">&#34;Hemos abierto la puerta del cielo para ti&#34;</media:title>
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			<media:title type="html">Mandamiento del capitalismo: Pase lo que pase gana la banca&#34;</media:title>
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			<media:title type="html">Catedral de Burgos</media:title>
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			<media:title type="html">Die Marmortreppe mit Blick auf den internen Kircheingang</media:title>
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			<media:title type="html">Das Herbergszimmer von Emaus</media:title>
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			<media:title type="html">Concepción und Concepción vor der Kathedrale von Burgos</media:title>
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			<media:title type="html">Eisesser in Burgos</media:title>
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			<media:title type="html">Plaza Mayor in Burgos</media:title>
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			<media:title type="html">Iglesia San José Obrero Burgos</media:title>
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			<media:title type="html">Cena de Emaús, Burgos</media:title>
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		<title>14.8.2010 Redecilla &#8211; St. Juan de Ortega (38 km)</title>
		<link>http://jubileo2010.wordpress.com/2010/12/28/14-8-2010-redecilla-st-juan-de-ortega-38-km/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Dec 2010 22:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino de Santiago]]></category>
		<category><![CDATA[Camino Francés]]></category>
		<category><![CDATA[Jakobsweg]]></category>

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		<description><![CDATA[Tja, da lag er wieder, der Italiener. Da wir uns vorgenommen hatten, an diesem Tag nach St. Juan zu laufen, klingelte früh  der Wecker und wir machten wir uns um kurz vor sechs Uhr auf die Straße &#8211; im Dunkeln noch. &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/12/28/14-8-2010-redecilla-st-juan-de-ortega-38-km/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=97&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, da lag er wieder, der Italiener. Da wir uns vorgenommen hatten, an diesem Tag nach St. Juan zu laufen, klingelte früh  der Wecker und wir machten wir uns um kurz vor sechs Uhr auf die Straße &#8211; im Dunkeln noch. Es würden etwa 36 &#8211; 38 km werden, je nach Kilometertabelle. Meine Freundin Silvia schwärmte immer so von St. Juan, da wollte ich auch mal dort übernachten. Ich glaube, sie war dagewesen, als noch José María Alonso hier seine Knoblauchsuppe kredenzte.  </p>
<p>Ein letzter Blick auf die Kirche von gestern abend, dann ging es los durch die Felder nah an der Straße. Erst durchqueren wir Castildelgado, dann kam Viloria. Dort  machten wir am Kilometerschild eine wundersame Entdeckung:</p>
<div id="attachment_690" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/entfernung-santiago.png"><img class="size-full wp-image-690" title="Entfernung Santiago" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/entfernung-santiago.png?w=640&#038;h=398" alt="" width="640" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">Kleines Pilgerratespiel: Was ist hier anders?</p></div>
<p>Links und rechts von der N-120 geht es weiter. Wir erreichten Belorado und fanden die Kirche St. María offen. Dort hatten wir eine sehr schöne Pilgerandacht erlebt. Heute hängt ein Ché-Jesus in der Kirche und schaut einem mit meinem Konfirmationsspruch freundlich beim Beten zu: &#8222;Yo soy el camino&#8220;.</p>
<div id="attachment_693" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg12591.jpg"><img class="size-full wp-image-693" title="Santa María Belorado con Ché / Jesús" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg12591.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Santa María Belorado con Ché / Jesús</p></div>
<div id="attachment_698" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1260.jpg"><img class="size-medium wp-image-698" title="Mit dem Storchennest: St. María von außen" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1260.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Mit dem Storchennest: St. María von außen, daneben der Eingang zur Herberge</p></div>
<p> Gern wäre ich länger geblieben, doch Santiago war deutlich abmarschbereit. Ich kann auch nochmals einen Blick in die originelle Pilgerherberge in dem alten Theater werfen. Zügig fanden wir unseren Weg aus Belorado heraus. &#8222;Pueblos miserables&#8220; nannte Santiago einige der Dörfer, die wir heute durchquerten: Villamayor del Río, Villambistia, Espinosa del Camino. Und was die Leute dort von den Pilgern halten? So fanden wir es vor:</p>
<div id="attachment_700" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg12631.jpg"><img class="size-full wp-image-700" title="So werden Pilger auch gesehen..." src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg12631.jpg?w=640&#038;h=853" alt="" width="640" height="853" /></a><p class="wp-caption-text">So werden Pilger auch gesehen...</p></div>
<p>Aber es gab auch ein Highlight in Tosantos, die Ermita St. María de la Peña, die von weither am Berg zu sehen ist. Frühstückspause gab es erst in Villafranca Montes de Oca, vorher hat nix offen. Vor allem war jetzt Rast angesagt, weil nach Villafranca geht es in jene Montes de Oca, so richtig, richtig steil den Weg hinauf. Das war mal wieder ein schönes Städtchen mit der knubbeligen Kirche, die schon vom Eingang her so gut sichtbar ist. Vor einer Bäckerei am Ortseingang saß eine bunte Gruppe von Pilgern, die uns auch an ihren Tisch einlud, vor allem eine Peruanerin, die Santiago nach seiner Heimat fragte. Ja, sie erkennen sich&#8230;so häufig sind Latinos nicht auf dem Camino zu finden. Aber da die Tische direkt am Parkplatz standen, schlugen wir die Einladung aus und suchten uns einen stilleren und schöneren Ort. Wir passierten die Kirche und wen sahen wir? Den Italiener mit der gestreiften Jacke und dem roten Fahrrad. Wir grüßten und fragten uns wirklich: Kommt der mit seinem Fahrrad nicht schneller voran? Warum ist er noch hier! Erst fuhr mit viel Mühe den Berg hinter der Kirche bis zum Hotel und zur Herberge hinauf und schaute sich alles an, dann liess er sich wieder hinunterrollen. Dieser Mann gab uns wirklich Rätsel auf.</p>
<p>Wir setzten uns auf eine grüne Bank unter einen schönen Baum und genossen, was wir hatten. Während wir noch saßen, kamen eine Menge Pilger den gepflasterten Weg bergan. Und das verliebte französische Pärchen aus Logroño. Irgendwann auch der Deutsche mit der Narbe und das blonde Mädchen aus Redecilla. Sie kehrten in der Herberge ein, die hinter dem Hotel lag, bestimmt eine schöne Herberge! Das war zwar noch früh, gerade zwölf Uhr, aber wir hatten ja auch schon 26 km hinter uns, eine rekordverdächtige Strecke für die Uhrzeit. Allerdings war es auch frisch gewesen, hatte sogar ein wenig geregnet. 12 km hatten wir heute noch auf dem Zettel und sicher den einen oder anderen Anstieg.</p>
<p>Innerlich gerüstet für den Aufstieg machten wir uns wieder auf den Camino. Und es war steil. Und dann ein menschliches Highlight: Uns kam ein Pilger entgegen mit einem wirklich riesigen blauen Müllsack. Santiago sprach ihn an. Er erzählte uns, er sei auf dem Rückweg von Santiago und hätte dort für sich die Aufgabe angenommen, den Camino auf dem Rückweg von Müll zu befreien. Wahrhaftig hatte eine Menge gefunden und so dauerte sein Weg bestimmt länger, als wenn er einfach nur gelaufen wäre. Trotz dieser unhandlichen Last war er sehr guter Laune, aber das ist auch ein Lohn der exzellenten Tat, der Heilige Geist kehrte mit Freude bei ihm ein. Wir sprachen ihm unsere Anerkennung aus und dankten ihm. Das fanden wir richtig klasse, ein Camino-Engel! Ach ja, liebe Mitpilger, das können wir alle, machen wir mit!  Was wir unterwegs nicht mehr brauchen, das können wir auch noch so lange tragen, bis wir irgendwo ankommen, wo wir es auf rechte Weise entsorgen können.</p>
<p>Und es lohnt sich. Eine wunderschöne Landschaft beginnt in den Montes de Oca, ein Sahnestückchen auf dem Camino, das ich unbedingt nochmals laufen wollte. Duftende Kiefernwälder, aber auch Laubbäume, ob der Feuchtigkeit mit Flechten bewachsene Baumstämme, Farne, Gräser, Moose und bemooste Steine.</p>
<div id="attachment_701" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1265.jpg"><img class="size-full wp-image-701" title="Wälder in den Montes de Oca" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1265.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Wälder in den Montes de Oca...</p></div>
<div id="attachment_702" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1266.jpg"><img class="size-full wp-image-702" title="Heidekraut, Steineichen und Eiben" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1266.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Heidekraut, Steineichen und Eiben</p></div>
<p>Doch als wir eine Weile auf dem Bergrücken entlanglaufen, entdecken wir, dass die damals frischgeschlagenen Schneise, die wir das letzte Mal entlang gelaufen sind, heute Landstraße sind. Damals war es wirklich still, weit ab von jeder Straße. Oder war damals die Landstraße schon so dicht am Camino? Ich weiß es nicht.</p>
<div id="attachment_705" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1267.jpg"><img class="size-full wp-image-705" title="Die neue steile Piste" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1267.jpg?w=640&#038;h=440" alt="" width="640" height="440" /></a><p class="wp-caption-text">Die neue steile Piste</p></div>
<p>Dafür ist jetzt großenteils aus einem sanften, weichen, fußschonenden Waldcamino eine Schotter-Piste geworden, die für die Bicigrinos ein Paradies ist, so wie sie teilweise vor Freude johlend an uns vorbeirauschten. Eines der schönsten Wegstücke des Francés war so für mich doch etwas entzaubert. Ja, liebe Pilger, der stille Zauberwald der Montes de Oca ist jetzt teilweise als Rennstrecke freigegeben. Dass zusätzlich hier die Quads ebenfalls ihren &#8222;Camino&#8220; haben erwähne ich nur nebenbei&#8230; Schade!</p>
<div id="attachment_712" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1272.jpg"><img class="size-full wp-image-712" title="Bicigrinos im Geschwindigkeitsrausch" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1272.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Bicigrinos im Geschwindigkeitsrausch</p></div>
<p>Der Weg bis zum Kloster zieht sich, es ist wieder viel Piste, die wir nun laufen. Wir trafen unterwegs das französische Pärchen beim Pausieren, sie waren an diesem Tag in Viloria, also ein Dort weiter als wir, aufgebrochen. Gegen halb drei sahen wir in der Distanz St. Juan und um drei Uhr waren wir da. Eine junge Frau stempelte im Dunst ihrer Räucherstäbchen unsere Credenziale, dann wurden wir kurz eingewiesen und suchten uns nach dem Schuheausziehen unser Bett. Die Schlafräume sind recht groß und meist sind es recht betagte Metallstockbetten mit dicken Matratzen. Es war kalt! Mit der Essensversorgung war es hier nicht so günstig. Es gab zwar eine Bar nebenan und ansonsten Getränkeautomaten im Vorraum der Herberge, aber sonst nur einen Speiseraum mit einer einsamen Mikrowelle. So gab es nur die Reste vom Brot aus Villafranca, Tomate und Käse und &#8211; eine Rolle Marías, unsere ewige Notration. Dafür hatte dieser Abend eher eine spirituelle Note.</p>
<p>Wir fanden unser Bett im 2. Schlafraum und es trudelten noch mehr Bekannte ein. Das französische Pärchen landete neben uns. Und es war schon anzusehen, wie behutsam und sorgsam der Mann sich um Beine und Füße seiner Hélène kümmerte, sie eincremte und massierte. Beneidenswert&#8230; Und als wir Siesta hielten, da war auch der junge Brasilianer aus Logroño dort. Er hatte mit einem blonden, deutschen Mädchen Bekanntschaft gemacht und ihr Flirtgespräch auf Englisch und Deutsch, das er zu lernen suchte, unterhielt den ganzen Raum. Sie kicherte die ganze Zeit etwas albern wie Baby aus Dirty Dancing und er strahlte über das ganze Gesicht wie ein Honigkuchenpferd, so offen und freudig hatten wir ihn noch nie gesehen. Nett, oder? Haben wir ihm gegönnt! Irgendwann wollte er von ihr das Vaterunser auf Deutsch lernen, da machte sie leider unterwegs schlapp, doch aus mehreren Betten im Raum erscholl die Fortsetzung, so dass das Vaterunser dann für den jungen Mann vollständig wurde.</p>
<p>Wir trafen auch die blonde Spanierin mit dem Pilgerwägelchen aus Redecilla wieder. Sie war erst gegen halb sieben da, aber tapfer, tapfer, wenn  man bedenkt, welche Steigungen sie ihr Wägelchen hochgezerrt haben musste. Sie bekam kein Bett mehr, aber wir öffneten ihr die Tür zur Herberge und schlussendlich übernachtete sie auf ihrer Matte im Speiseraum.</p>
<p>Auf dem großen Platz trafen wir auch ein älteres, deutsches Pilgerpärchen, dass Santiago ansprach und sich an ihn erinnerte, wie er nach Logroño hineingejoggt wäre. Aha, so läuft er also, wenn er allein ist! Daher war er schon vor ein Uhr dagewesen! Nichts bleibt geheim auf dem Camino&#8230; Da durfte ich das Pärchen dann natürlich mit einem echten Santiago fotografieren und bestimmt hat dieses Bild einen Ehrenplatz im Fotoalbum.</p>
<p>Nach der Siesta besichtigten wir die Kirche und die Ausstellung. So waren nun die alten Bereiche des Klosters wieder offen, die vorher verschlossen waren. Gut hat es mir gefallen hier, eine Mischung zwischen traditioneller Ausstellung und Multimedia. Wir besuchten die Abendmesse. Da noch etwas Zeit war, beteten wir ein wenig. Kurz vor sieben Uhr stand ein Mann in einem karierten Hemd auf, der die ganze Zeit in einer der vorderen Bänke gesessen und gebetet hatte und kam im Talar wieder, der örtliche Pfarrer. Und so begann die Vorabendmesse zu Maria Himmelfahrt. Die Kirche war voller Pilger. Die 1. Lesung war die faszinierende und gewaltige Marienszene mit dem Dachen aus der Offenbarung des Johannes 11 und 12:</p>
<p>&#8222;<em>Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.</em>&#8222;</p>
<p>Auf Spanisch klingt das nochmal so krass. Die andere Lesung war Marias Besuch bei Elisabeth und das Magnificat, was ich beides ebenfalls schon gut kenne. Und auch hier klingt das Magnificat toll auf Spanisch:</p>
<p><em>&#8222;Mi alma glorifica al Señor, y mi espíritu se regocija en Dios mi Salvador, porque se ha dignado fijarse en su humilde sierva.Desde ahora me llamarán dichosa todas las generaciones, porque el Poderoso ha hecho grandes cosas por mí.¡Santo es su nombre! De generación en generaciónse extiende su misericordia a los que le temen. Hizo proezas con su brazo; desbarató las intrigas de los soberbios. De sus tronos derrocó a los poderosos, mientras que ha exaltado a los humildes. A los hambrientos los colmó de bienes,y a los ricos los despidió con las manos vacías. Acudió en ayuda de su siervo Israel y, cumpliendo su promesa a nuestros padres, mostró su misericordia a Abraham y a su descendencia para siempre.&#8220;</em></p>
<p>Nach der Messe hielt uns der Pfarrer eine ausführliche Pilgerandacht mit Pilgersegen, dazu lagen in der Kirche auch Heftchen in mehreren Sprachen aus. Der Pfarrer erklärte uns noch einige der Besonderheiten dieser wunderbaren Kirche. Zum Schluss sangen wir gemeinsam das Salve Regina. Schön war das, verbindend auch! Morgen würde er sein, der große Tag Mariens! Vor einem Jahr war ich in Fulda im Benediktinerinnenkloster als Pilgerin zu Gast gewesen und hatte an der großen Maria Himmelfahrts-Prozession im Park gegenüber dem Dom teilgenommen. Was würde ich nun hier auf dem Camino erleben?</p>
<p>Und hier nun die Bilder der Kirche von St. Juan. Disfruta:</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:left;">
<dl class="wp-caption aligncenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1273.jpg"><img class="size-full wp-image-714" title="Baldachin des San Juan de Ortega" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1273.jpg?w=640&#038;h=853" alt="" width="640" height="853" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Baldachin des San Juan de Ortega</dd>
</dl>
<p>Unter diesem filigranen Steinbaldachin liegen zwar nicht die sterblichen Überreste des Heiligen, aber auf den Seiten sind Szenen und Wunder seines reichen Lebens abgebildet. Und durch den Baldachin durch lenkt sich trotzdem der Blick auf den Hauptaltar mit dem Heiligsten von allen, Jesus. Es haut einen förmlich um.</p>
<div id="attachment_717" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1277.jpg"><img class="size-full wp-image-717" title="Seitenansicht des Baldachins" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1277.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Seitenansicht des Baldachins</p></div>
<p> </p>
</div>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:left;">
<div id="attachment_715" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1275.jpg"><img class="size-full wp-image-715 " title="Retablo de la Virgen" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1275.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Retablo de la Virgen</p></div>
</div>
<p> </p>
<div id="attachment_718" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1278.jpg"><img class="size-full wp-image-718" title="Der römische Steinsarg befand sich in der Ausstellung " src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1278.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Der römische Steinsarg befand sich in der Ausstellung </p></div>
<div id="attachment_719" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1279.jpg"><img class="size-full wp-image-719" title="Bildausschnitt auf dem Steinsarg" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1279.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Bildausschnitt auf dem Steinsarg</p></div>
<p>Er wies uns auch auf das Capitel del la Annunciación hin. Am Tag der Tag-und-Nachtgleiche fällt ein Lichtstrahl auf diese Säulenskulptur und beleuchtet nacheinander die Szenen von der Ankündigung der Geburt Jesu bis zur Geburt und ihrer Verkündigung durch den Engel an die Hirten. Eine genaue Bildabfolge dieses Phänomens sieht man <a title="Capitel de la Annunciación" href="http://www.sanjuandeortega.es/Monasterio/el%20capitel.htm" target="_blank">hier</a>. Was die damals alles konnten!</p>
<p>Es wurde kalt abends hier oben, wir befanden uns ja schon wieder auf über 1000 m. Man konnte auch so richtig nichts mehr machen &#8211; außer sich ordentlich zudecken und schlafen. Was wir dann auch taten&#8230;nachdem ich meinen Rosario noch gebetet hatte.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jubileo2010.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jubileo2010.wordpress.com/97/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=97&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Entfernung Santiago</media:title>
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			<media:title type="html">Santa María Belorado con Ché / Jesús</media:title>
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			<media:title type="html">Mit dem Storchennest: St. María von außen</media:title>
		</media:content>

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			<media:title type="html">So werden Pilger auch gesehen...</media:title>
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			<media:title type="html">Wälder in den Montes de Oca</media:title>
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			<media:title type="html">Heidekraut, Steineichen und Eiben</media:title>
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			<media:title type="html">Die neue steile Piste</media:title>
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			<media:title type="html">Bicigrinos im Geschwindigkeitsrausch</media:title>
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			<media:title type="html">Baldachin des San Juan de Ortega</media:title>
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			<media:title type="html">Seitenansicht des Baldachins</media:title>
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			<media:title type="html">Retablo de la Virgen</media:title>
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			<media:title type="html">Der römische Steinsarg befand sich in der Ausstellung </media:title>
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			<media:title type="html">Bildausschnitt auf dem Steinsarg</media:title>
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		<title>13.8.2010 Nájera &#8211; Redecilla del Camino (31 km)</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 13:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino de Santiago]]></category>
		<category><![CDATA[Camino Francés]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein regnerischer Morgen überredete uns zu einem ausführlichen Frühstück in der Herberge und ein später Aufbruch brachte uns auf den Anstieg nach Nájera. Die Sandsteinformationen dort hatten wir noch in lebhafter Erinnerung. Im Regen anstatt in der goldenen Abendsonne wirkten Sie &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/12/20/13-8-2010-najera-redecilla-del-camino-31-km/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=95&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein regnerischer Morgen überredete uns zu einem ausführlichen Frühstück in der Herberge und ein später Aufbruch brachte uns auf den Anstieg nach Nájera. Die Sandsteinformationen dort hatten wir noch in lebhafter Erinnerung. Im Regen anstatt in der goldenen Abendsonne wirkten Sie natürlich etwas anders:</p>
<div id="attachment_662" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/nach-azofra.png"><img class="size-full wp-image-662" title="Nach Azofra: 2007 und 2010" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/nach-azofra.png?w=640&#038;h=352" alt="" width="640" height="352" /></a><p class="wp-caption-text">Nach Azofra: 2007 und 2010</p></div>
<p>Der Camino kann ganz anders sein auf zwei Besuchen und das war auch, wozu wir uns weiter entschlossen. Wir haben den ganzen Camino nicht wieder in einer Herberge geschlafen, in der wir 2007 gewesen waren. Nur in Burgos und in Carrión de los Condes übernachteten wir im gleichen Ort. Nachdem der Nieselregen aufhörte, riss der Himmel wieder auf und schon zwei Stunden später gab es wieder Himmelblau und Schäfchenwolken. Der Weg zwischen Nájera und Santo Domingo de la Calzada war schön &#8211; und voll. Obwohl die Autobahn auch hier immer näher rutschte, es war doch ein gebührender Abstand bis zur Baustelle.</p>
<div id="attachment_663" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1223.jpg"><img class="size-full wp-image-663" title="Noch überwiegend Regenwolken..." src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1223.jpg?w=640&#038;h=384" alt="" width="640" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Noch überwiegend Regenwolken...</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_666" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101454.jpg"><img class="size-full wp-image-666" title="...so langsam reißt der Himmel auf..." src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101454.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">...so langsam reißt der Himmel auf...</p></div>
<div id="attachment_667" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1229.jpg"><img class="size-full wp-image-667" title="...bis blauer Himmel durch die Wolken scheint..." src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1229.jpg?w=640&#038;h=413" alt="" width="640" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">...bis blauer Himmel durch die Wolken scheint...</p></div>
<div id="attachment_669" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101456.jpg"><img class="size-full wp-image-669" title="...und schönes Wetter nicht mehr aufzuhalten ist." src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101456.jpg?w=640&#038;h=380" alt="" width="640" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">...und schönes Wetter nicht mehr aufzuhalten ist.</p></div>
<p>Übrigens, toller Weg, oder? Wir durchquerten gegen halb neun Azofra und ich fotografierte die Herberge mit den Zweibettkabinen, die uns so gut gefallen hatte. Aber wir liefen durch Azofra durch und hielten nicht an, während um ums herum der Großteil der Pilger in den Bars einkehrte. Wir wollten heute nicht, wie so viele, bis St. Domingo de la Calzada, nein, es sollte weiter sein, bis Grañon, eine weitere parroquiale Herberge. Die ersten 6 km waren ja auch sehr schnell vergangen und der Weg war heute eben wieder wirklich ein Genuss. Heute war auch ein Tag der Bicigrinos, die vielfach an uns vorbeifuhren. Manchmal hat der Fußpilger bei Bicigrinos auch das Gefühl, dass &#8222;Buen Camino&#8220; ein Synonym für &#8222;Jetzt aber weg da!&#8220; ist. Und andere fahren so dicht auf, dass man sich total verjagt, wenn hinter einem plötzlich jemand laut atmet und man daran merkt, dass sie vorbei wollen. Santiago stellte fest, dass kaum einer von den Radfahrern klingelte, einfach weil sie keine Klingel am Fahrrad haben. Den Spaniern rief er häufiger nach: &#8222;Un donativa para una campana!&#8220; &#8222;Eine Spende für eine Klingel!&#8220; oder &#8222;Comprate una campana!&#8220; &#8222;Kauf dir &#8216;ne Klingel!&#8220;</p>
<p>Unterwegs nach Santo Domingo sahen wir, wie das Babypilgern aussah: Eine Gruppe spanischer Bicigrinos kam an uns vorbei, der sportlich-drahtige Vater hatte hinten einen Anhänger dran, in dem das Baby saß und eine Menge Gepäck. Die Mutter hatte nur wenig Gepäck auf ihrem Fahrrad.  Der Anhänger schleuderte teilweise heftig die Schotterpisten entlang und Berge runter, dass ich schon Bedenken um die Wirbelsäule des Babys hatte! Sie wurden von einem anderen Pärchen begleitet. Aber wer weiß, was diese Gruppe auf dem Zettel hatte&#8230;In Cirueña sahen wir die Sie vor dem großen Golfplatz bei einer Pause.</p>
<div id="attachment_670" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1232.jpg"><img class="size-full wp-image-670" title="CIMG1232" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1232.jpg?w=640&#038;h=480" alt="Bicigrinos-mit-Baby-Pause" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Bicigrinos-mit-Baby-Pause vor dem Golfplatz von Ciruena</p></div>
<p>In Cirueña ist weiter gebaut worden, viele neue Häuser, aber man sieht auch viele Verkaufsschilder &#8222;A Vendre&#8220;. Die Finanzkrise ist auch hier angekommen. Der große Swimmingpool lag einsam in der Mitte, nur die Pilger zogen in langer Reihe vorbei. Wir trafen auf einem Rastplatz die Gruppe um den Capucchino wieder. Diesmal machten wir nicht den Umweg an den Bars vorbei, sondern liefen direkt weiter zum Kreisverkehr mit der Pilgerstatue.</p>
<div id="attachment_671" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1233.jpg"><img class="size-full wp-image-671" title="Dos Peregrinos..." src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1233.jpg?w=640&#038;h=429" alt="" width="640" height="429" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Pilger...</p></div>
<p>Durch sanfte Hügel führte uns der Camino weiter, Pilger allenthalben heute.</p>
<div id="attachment_672" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1234.jpg"><img class="size-full wp-image-672" title="Landschaftswechsel von Wein zu Weizen" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1234.jpg?w=640&#038;h=380" alt="" width="640" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Landschaftswechsel von Wein zu Weizen</p></div>
<p>Wieder ein ganz normaler spanischer Sommertag inzwischen. An den Regen erinnert nur noch Santiagos  Rucksackregenschutz. Hinter weiten Weizenfelder entdeckten wir den Kirchturm von Santo Domingo de la Calzada und bald sahen wir weiter unten im Tal Santo Domingo vor uns liegen.</p>
<div id="attachment_673" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1236.jpg"><img class="size-full wp-image-673" title="CIMG1236" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1236.jpg?w=640&#038;h=385" alt="Und da liegt es: Santo Domingo de la Calzada" width="640" height="385" /></a><p class="wp-caption-text">Und da liegt es: Santo Domingo de la Calzada</p></div>
<div id="attachment_677" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1241.jpg"><img class="size-medium wp-image-677" title="Betkapelle in St. Domingo de la Calzada" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1241.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Kapelle in St. Domingo de la Calzada quer über den Platz von der Kathedrale</p></div>
<p>Durch das Industriegebiet mit den Kartoffelfabriken laufen wir in die Stadt. An einem kleinen städtischen Kiosk lassen wir die Credenziale stempeln. Wir kannten noch den Eingang zum Hof zum DIA-Supermarkt und versorgten uns. Ich fand etwas, was ich in Spanien immer total gern esse: Pimientos de Padrón, das sind ganz kleine, grüne Paprikaschoten, bei denen man nur den Stiel abschneidet und sie dann ganz brät. Da wir seit gestern abend sehr auf die Geflügelwürstchen standen, kaufen wir ebenfalls zwei Päckchen, damit war unser Abendbrot gesichert. ¡Excelente! Als alles verstaut ist, geht es weiter zur Kathedrale. Inzwischen ist auch der käfigmäßige Zugang für den Culto-Pilger in der Kathedrale gesperrt, die Kathedrale dient tagsüber allein dem Tourismus. Wir halten uns an unsere Schwur von St. Juan de la Peña und bezahlen keinen Eintritt. Zum Beten dient gegenüber eine kleine Kapelle. Gott ist das egal, wo wir beten, dann soll es eben die kleine Kapelle sein! Langsam glaube ich, das ist Ihm auch lieber.</p>
<p>Ich frage mich häufig: Im Glaubensbekenntnis heißt es ja &#8222;Ich glaube an Jesus Christus&#8220;, aber GLAUBEN CHRISTEN JESUS? Glauben sie, was er uns sagt? Setzen sie es um? Halten sie sich daran? Ich denke: nicht sehr oft. Weil kaum einer tut, was er uns vorgeschlagen hat. Kann ich jedenfalls nicht beobachten!</p>
<div id="attachment_678" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1238.jpg"><img class="size-full wp-image-678" title="St. Domingo de la Calzada" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1238.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">St. Domingo de la Calzada</p></div>
<p>Auf der schönen Plaza España gab es Frühstück in St. Domingo de la Calzada nach 21 km. Waren wir gut voran gekommen an diesem Morgen. Nach dem Frühstück verließen wir St. Domingo auch gleich wieder. Es war inzwischen etwas wärmer geworden. Wir trafen mehrere Pilger erschöpft im Schatten am Wegesrand sitzen. Hinter St. Domingo gab es wieder eine große Straßenbaustelle und wieder einen neuen Pistencamino. Am Fuß einer Anhöhe sahen wir plötzlich einen Menschen in einem weiten, langen Gewand, fast wie ein Wandermönch, der uns entgegen kam. Beim Näherkommen entdeckten wir, es war eine Frau, die einen Hund auf dem Arm trug. Sie hatte eine merkwürdige Nachricht für uns: &#8222;Passt bloß auf, es ist schrechklich. Dieser neue Weg ist eine große Gefahr für uns alle. Die Guarda Civil will uns hier treffen und töten. Sie will Euch abknallen und mich auch.&#8220; Und sie machte mit ihrer Hand mehrfach die Geste des Schießens. Das war unheimlich. Wahn? Bisher hatten wir eigentlich positive Kontakte zur Guarda Civil gehabt. Weiter ging es in Gedanken &#8211; was war das jetzt?</p>
<div id="attachment_679" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101460.jpg"><img class="size-full wp-image-679" title="Nur der Kirchturm ist zu sehen hinter den Feldern" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101460.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Nur der Kirchturm ist zu sehen hinter den Feldern</p></div>
<p>Irgendwie war der Weg nach Grañon umgelegt worden, das war das letzte Mal überhaupt nicht so nah an der Landstraße gewesen. Wir hatten hauptsächlich Erinnerungen an Weizenfelder.  Als wir uns weiter näherten, sahen wir an den Markierungen, wo der alte Weg herkam. Einen kleinen Umweg vor dem Ort haben wir uns geknickt &#8211; gings mal wieder an einer Bar vorbei ? &#8211; und haben Grañon von Südosten aus betreten. Die Herberge sollte an der Kirche sein. Wir betraten das Gebäude unten am Kirchturm, wo uns eine Wendeltreppe nach oben führte. Als erstes trafen wir auf einen freundlichen Krug mit Sonnenblumen. Dann kamen wir an einem Schlafraum vorbei, bei dem die Matrazen auf dem Fußboden lagen und zum Herbergsaufenthaltsraum, in dem einige ältere Möbel, ein Klavier und ein Kamin eine gemütliche Atmosphäre verbreiteten. Eine Frau sagte uns auf Englisch: &#8222;It&#8217;s a good place!&#8220;</p>
<div id="attachment_680" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101461.jpg"><img class="size-full wp-image-680" title="Brunnen am Ortsausgang von Granon" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/130820101461.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Rosen und Lavendel: Brunnen am Ortsausgang von Grañon</p></div>
<p>Doch irgendwas stimmte nicht, wir konnten uns nicht zum Bleiben entscheiden. Wir hatten in Santiagos Kopf auch noch nicht die 30-Kilometer-Marke erreicht. Daher zogen wir weiter. Es hatte sich wieder etwas bewölkt, war windig, sah sogar fast nach Regen aus. Hinter Grañon etwa auf der Mitte der Strecke nach Redecilla liegt die Grenze zwischen La Rioja und Kastillien. Eine große Tafel weist darauf hin und zeigt die kommenden Orte an. Belorado, St. Juan de Ortega, Burgos&#8230;das war das nächste.</p>
<div id="attachment_682" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1243.jpg"><img class="size-full wp-image-682" title="Und ab jetzt: Kastillien" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1243.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Und ab jetzt: Kastillien</p></div>
<p>Am Ortseingang von Redecilla gibt es ein Tourismus-Büro, in dem wir unsere Credenziale stempeln lassen. Wir finden einen kostenlosen und handlichen kleinen Führer für Castilla y León, in dem die Distanzen drin stehen, die Sehenswürdigkeiten und die Herbergen. Wer sich diesen Führer ansehen will, findet ihn <a title="Guia del Peregrino del Camino Francés" href="http://www.turismocastillayleon.com/cm/jacobeo/tkContent?idContent=541363&amp;locale=es_ES&amp;textOnly=false" target="_blank">hier.</a> Es war schon nach vier Uhr, nach diesem Führer hatten wir schon 31 km hinter uns, Zeit zur Einkehr. Seit Pamplona waren es schon 156 km, also auch genug in 5 Tagen.</p>
<p>Wir fanden in der Nebenstraße rechts der N 120 eine recht moderne Herberge, aber auch das ist ja nicht schädlich. Auch hier war der Herbergspreis Donativo. Auch essen konnte man hier, doch da wir unsere Verpflegung schon eingekauft hatten, begab ich mich gleich nach dem Duschen in die Küche und kochte Reis, Würstchen und eben unsere Pimientos de Padrón. Santiago hatte einen Internet-Anschluss gefunden und war beschäftigt. Und ich hatte eine Waschmaschine entdeckt, wo man für einen Euro waschen konnte. Super, das war mal wieder notwendig, besonders bei meiner Hose.</p>
<p>Hier fanden wir noch einen anderen Herbergsführer, ein Faltblatt, der ebenfalls die Distanzen sehr kompakt darstellte, aber sonst mehr auf die privaten Herbergen abziehlte. Er heißt &#8222;Donde el camino se hace reposo&#8220; und befindet sich <a title="Folletto 2010" href="http://www.redalberguessantiago.com/documents/211.html" target="_blank">hier</a>. Nach diesem Führer hatten wir seit Pamplona schon 172 km zurückgelegt und an diesem Tag fast 36 km. Insgesamt weisen beide Führer eine Kilometerdifferenz von Roncesvalles bis Santiago von ca. 45 km auf, vor allem auf den letzten Kilometern vor Santiago.</p>
<p>Unser Essen schmeckte hervorragend, dann war es Zeit für eine Siesta, bis es abends noch einen Besuch in der Kirche geben sollte. An diesem Tag trafen wir in Redecilla mehrere Menschen, die wir über eine lange Zeit immer wieder treffen sollten. Wir begegneten einem Deutschen mit einer Narbe auf der Stirn, der mit einem blonden Mädchen unterwegs war. Auf dem oberen Bett neben uns schlief ein kleiner älterer Franzose, über dessen Geschnarche direkt in sein Ohr Santiago sich gar nicht freute. Wir trafen eine blonde, ca. 60-jährige Spanierin, die keinen Rucksack trug, sondern ein Wägelchen hinter sich herzog. Ihr Spanisch war für mich total schwer zu verstehen, aber sie war ein ganz lieber Mensch.</p>
<p>Und wir trafen wieder den jungen Italiener mit dem Fahrrad aus Nájera. Jetzt lag er mit Schuhen auf seinem Bett. Später gab es mit den Hospitaleros einen Riesenkrach, weil sie seinen Pass sehen wollten, denn Guarda Civil würde wegen Diebstählen jetzt genauer die Pilger kontrollieren wollen. Der Italiener strich seinen Namen in einem von den Hospitaleras unbemerkten Moment aus der Liste aus und verschwand. Den Pilgern, die das mitkriegten, wurde etwas mulmig und irgendwie behielten wir ihn gemeinsam im Auge.</p>
<p>Als wir in die Kirche kamen, saß er wieder da, ganz hinten auf eine Bank geflezt, aber irgendwie niedergeschlagen. Wir fragten uns, was mit ihm wohl sei? Der Gottesdienst war sehr schön, die Gemeinde betete sich mit einer Novene auf Maria Himmelfahrt zu, die Kirche war ziemlich voll. Meinen Eucharistiesegen ließ ich dem Italiener zukommen und wünschte ihm alles Gute. Am Ende des Gottesdienst stimmte die Gemeinde &#8211; so gar nicht in Übereinstimmung mit dem Willen des Priesters, der lieber zusammengepackt hätte - noch ein Lied an und sang es viele, viele Strophen durch. Das fanden wir schön! Das war von Herzen aller! Gemeinsamer Geist!</p>
<div id="attachment_686" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1248.jpg"><img class="size-full wp-image-686" title="Kirche von Redecilla" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1248.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Kirche von Redecilla</p></div>
<p>Nach dem Gottesdienst verschwand der Italiener wieder, und wir dachten: Nun ist er weg! Doch mitten in der Nacht musste er wieder gekommen sein, denn er lag morgens wieder schräg unter mir in dem Bett &#8211; mit Schuhen&#8230;</p>
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			<media:title type="html">Nach Azofra: 2007 und 2010</media:title>
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			<media:title type="html">Noch überwiegend Regenwolken...</media:title>
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			<media:title type="html">Landschaftswechsel von Wein zu Weizen</media:title>
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			<media:title type="html">Betkapelle in St. Domingo de la Calzada</media:title>
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			<media:title type="html">Nur der Kirchturm ist zu sehen hinter den Feldern</media:title>
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			<media:title type="html">Brunnen am Ortsausgang von Granon</media:title>
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			<media:title type="html">Kirche von Redecilla</media:title>
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		<title>12.08.2010 Logroño &#8211; Nájera (33 km)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 12:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es wird ein herzlicher Abschied aus Logroño. Wir bekommen Frühstück, richtig Milchkaffee, Müsli, Brot. Wir stärken uns Nochmals sind wir mit vielen Pilgern zusammen und freuen uns aneinander. Marko und Inigo sind allerdings schon eine Weile weg, sie sind sehr &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/12/09/12-08-2010-logrono-najera-33-km/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=93&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird ein herzlicher Abschied aus Logroño. Wir bekommen Frühstück, richtig Milchkaffee, Müsli, Brot. Wir stärken uns Nochmals sind wir mit vielen Pilgern zusammen und freuen uns aneinander. Marko und Inigo sind allerdings schon eine Weile weg, sie sind sehr früh aufgestanden. Mit vielen Umarmungen verabschieden wir uns von den drei Hospitaleros und von Mario und Alina.</p>
<div id="attachment_630" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1208.jpg"><img class="size-full wp-image-630" title="Santiago und die Hospitaleros" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1208.jpg?w=640&#038;h=429" alt="" width="640" height="429" /></a><p class="wp-caption-text">Santiago und die Hospitaleros von Logrono</p></div>
<div id="attachment_650" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1210.jpg"><img class="size-medium wp-image-650" title="Durch die Parks von Logroño" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1210.jpg?w=300&#038;h=164" alt="" width="300" height="164" /></a><p class="wp-caption-text">Mitten zwischen den Pilgern</p></div>
<p>Der Tag begann klimatisch friedlich mit bewölktem Himmel, es war ein entspanntes Laufen. Der Camino aus Logroño heraus war voll, wir liefen in einem größeren Pulk durch die Parks, die dann schließlich auf den Weg zum See führen. Wir unterhielten uns unterwegs mit zwei jüngeren Pilgern. Einer kam direkt aus unserer Nachbarschaft hier in Berlin Prenzlauer Berg. Wir hatten ihn schon in der Herberge gesehen, er war mit zwei anderen Deutschen unterwegs, einem rothaarigen Jungen und dem blonden Mädchen, das Inigo so gefallen hatte. Er erzählte uns, dass er in Pamplona sich erstmal neu eingekleidet hatte, da er mit den falschen Sachen auf den Camino gestartet hatte. Er meinte, dass die Outdoorsachen dort sehr viel günstiger als in Deutschland waren&#8230; Er unterhielt sich auf Englisch mit einem etwa gleichaltrigen Brasilianer, der seine Flagge auf seinen Rucksack geheftet hatte. Wir flachsten eine Weile miteinander. Bald merkte man, dass die beiden mindestens einen Kopf größer waren als wir und diese Größe bei ihnen in Beinlänge umgesetzt war. Wir sind beide nur 1,65 m groß. Wir haben zwar einen schnellen Schritt, aber von längeren Beinen mit ebenfalls schnellerem Schritt werden wir dann doch abgehängt <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<div id="attachment_652" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1212.jpg"><img class="size-medium wp-image-652" title="Auf dem Weg aus Logroño der Stand von Marcelino Lobato Castrillo" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1212.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Auf dem Weg aus Logroño heraus der Stand von Marcelino Lobato Castrillo</p></div>
<p>Dann kam das langgezogene Stück zum See hin. Viele Einheimische waren hier sportlich unterwegs beim Walken oder Joggen. Das haben wir in der Nähe der Städte in den Morgenstunden unterwegs häufig gesehen! So war der Weg mit vielen Buen Caminos gesät. Unterwegs zückten wir am Stand von Marcelino Lobato Castrillo unsere Credenziale, um natürlich uns hier auch einen Stempel abzuholen.  Ähnlich wie der Stand von Feliza bzw. inzwischen ihrer Tochter wird hier gestempelt. Ebenso trugen wir uns in das Pilgerbuch ein. Marcelino ist eine beeindruckende Gestalt mit seinen langen Haaren und langem Rauschbart und er erzählte interessante Geschichten. Er verkauft hier auch Pilgerstäbe und Jakobsmuscheln. Uns schenkte er eine Haselnuss mit einem M darauf, die habe ich noch heute und sie liegt bei meinen Camino-Erinnerungen.</p>
<div id="attachment_653" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1209.jpg"><img class="size-full wp-image-653" title="Schönes Logroño - Adios!" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1209.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Ach schönes Logroño - Adios y graciás! Wegweiser auf dem Boden in der Stadt...</p></div>
<p>Durch ein Kiefernwäldchen führt der Camino zum Stausee von La Grajera, der Logroño wahrscheinlich auch zu seinen erstaunlich grünen Parks verhilft. In Spanien ist ja jeder kleine Grasplatz, jeder Kreisverkehr künstlich bewässert und die Parks natürlich erst recht. In den frühen Morgenstunden &#8211; so haben wir beobachtet &#8211; gehen die Sprinkleranlagen an, so kann das Gras der Sonnenglut trotzen. Das Maß der Bewässerung hier in Spanien erstaunt uns immer wieder.</p>
<p>An der Autobahn entlang führt der Camino nun, vorbei an den vielen Holzkreuzen im Zaun. Etwas ist die Wegführung verändert, auf jeden Fall sind die Wege inzwischen sehr ausgebaut worden, fast nur noch Piste. Auch gibt es inzwischen ganz schicke &#8222;Wandermöblierung&#8220; unterwegs, teilweise überdachte Picknickplätze. Die brauchten wir heute auch, denn heute regnete es eine Zeitlang und eine kleine Pause unter einem Dach war dann sehr willkommen.</p>
<p>Der nächste Ort war Navarette. Und wir fragten uns: Erinnerst Du Dich an Navarette? Nein! Wir beide hatten keine Erinnerung an Navarette. Es liegt auf einem Hügel, man kann es von weiten sehen, während man darauf zuläuft. Kurz vor Navarette trafen wir nochmals Mario und Alina, dann waren sie als Radfahrer für uns auf und davon! Auch wenn Mario sehr rücksichtsvoll mit Alina umging und darauf achtete, ihr nicht zuviel zuzumuten, so waren sie ja doch wesentlich schneller. Buen Camino (gehabt zu haben), Ihr Zwei!</p>
<div id="attachment_654" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1213.jpg"><img class="size-full wp-image-654" title="Wolken über Navarette" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1213.jpg?w=640&#038;h=350" alt="" width="640" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">Wolken über Navarette</p></div>
<p>So konnten wir also Navarette für uns neu entdecken. Am Ortseingang von Navarette liegt eine große Bodega, Don Jacobo heißt sie passenderweise. Ja, wir sind halt in Rioja! In schmalen gewundenen Gassen geht es in Navarette bergauf, die Häuser sind meist erd- und ockerfarben im Altstädtchenkern. Wir sahen ein Café am Wegesrand, aber es war wegen des Wetters voll. Wir kehrten daher im Ayuntamiento für ein wichtiges Bedürfnis ein und später noch in der Kirche für ein anderes. Und anscheinend verpassen wir in dieser Zeit einen Regenguss, denn beim Verlassen der Kirche ist die Straße viel nasser als vorher. Navarette ist hübsch, in der Mitte gibt es einen Platz mit beschnittenen Platanen, im Sonnenschein ist es sicher noch viel einladender. Doch so trollen wir uns einfach&#8230; Jetzt können wir uns an Navarette erinnern! Die Regenwolken hingen weiter in den Hügeln, dort regnete es sicher noch. Doch der Camino führte weiter stetig an der Autobahn entlang, doch wir wussten ja, irgendwann geht es links weg davon und dann wären wir sie los. Die Hinweisschilder nach Ventosa lassen wir unbeachtet, dafür kehren wir in einer ehemaligen Ermita in ein ein kleinen Pilgermuseum ein, in das uns der Betreiber sehr herzlich einlädt. In den kleinen Seitenkapellchen sind die Provinzen dargestellt, durch die der Camino läuft: Weintrauben und Weinfässer für Rioja, Weizen für Kastillien und León, Muscheln und Nautisches für Galizien. Und ein paar Steinmännchen&#8230;die einzigen, die wir heute sehen werden&#8230;</p>
<div id="attachment_656" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/photo-0112.jpg"><img class="size-medium wp-image-656" title="Camino nach Nájera von 2007" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/photo-0112.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Camino nach Nájera von 2007</p></div>
<p>Ja, wo sind nur die vielen Steinmännchen geblieben? Auf dem Weg nach Nájera führt der markierte Weg nicht mehr daran vorbei. Schade! Ohnehin: Die moderne Industriegesellschaft Spaniens frisst sich hier und andernorts immer mehr in den Camino hinein. Während damals das runde Steinhäuschen noch mitten in der Natur stand, so sind jetzt ganz nahe dabei viele Industriegebäude. Natürlich kamen wir auch bei dem Gedicht auf der Mauer der Fabrik vorbei, das gab es damals schon. Doch dazwischen ist viel neu Gebautes. Nach der Autobahn hatten wir einen wunderbaren, natürlichen Weg in Erinnerung und während auf dem Weg nach Nájera der Blick über die Weinfelder schier unendlich schien, so sind sie inzwischen meiner Meinung nach geschrumpft. Der Weg hinein nach Nájera zog sich in die Länge, auch hier waren die Häuser weiter an dem Weg entlang gewachsen. </p>
<p>Am Ende der langen Straße bergab nach Nájera hinein sahen wir &#8222;Nadinchen&#8220; stehen, die dort Ausschau hielt nach ihren Begleitern von gestern hielt. Selbst erkannte ich sie nicht, doch Santiago wies mich darauf hin. Wir überquerten die Brücke in Nájera, heute wollten wir hier einkehren und nicht noch die 6 km nach Azofra weiterlaufen, auch wenn dort die Herberge sehr schön war. In einem Straßencafé trafen wir auf Inigo und Markus, die dort Pause machten. Sie hingegen wollten noch weiter nach Azofra. Santiago frozzelte eine Weile mit ihnen herum, dann machten war endgültig die Herberge dran. Es ist ein einfacher langgestreckter Bau nahe des Rio Najerilla. Ein sehr netter Hospitalero begrüßte uns. Die Herberge nimmt Donativo, also kein fester Preis. Doch hier gebe ich inzwischen besonders gern, was ich habe. Der Schlafsaal ist ein großer Raum mit Betten dicht an dicht. Wir bekommen zwei Betten oben ganz in der hinteren Ecke, das ist uns recht.</p>
<div id="attachment_658" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1218.jpg"><img class="size-full wp-image-658" title="Alberge de Nájera" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/12/cimg1218.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Herberge in Nájera - eng, aber egal! Wir schlafen im Trocknen, was schadet uns das?</p></div>
<p>Unter uns schlafen zwei Italienerinnen und auch den Capucchino hatten wir schon gesehen. Wir geben uns einer spontanen, dafür aber ausführlichen Siesta hin, der Körper holte sich, was er brauchte. Und für die magenfüllenden Körperbedürfnisse suchten wir den Dia auf. Gerade, als wir den Supermarkt betreten wollen, rammt uns fast ein Radfahrer mit gestreifter Jacke, der mit dem Rad in den Supermarkt hineinfährt! Er stellt sein rotes Fahrrad an die Wand und zieht los. Wow &#8211; so geht es auch! Ich hatte heute eine spezielle Essensneigung, ich hatte Appetit auf Fleischwurst. Vor dem Museum hatte eine Frau herzhaft in eine Wurst gebissen und diesen Anblick hatte sich mein Apetit-System gemerkt. Ich fand Geflügelwürstchen in kleinen Packungen, sogar im Sonderangebot, wobei Dia ohnehin schon sehr günstig ist&#8230;</p>
<p>In der Herberge zurück machten wir uns also gleich in die Küche auf, um uns die Würstchen zu braten. Als Santiago auf den Herd zuging, kam wieder der Typ mit der gestreiften Jacke an, schubste Santiago aus dem Weg, um zuerst den Herd zu belegen und sich seinen Einkauf zuzubereiten. Das waren die ersten Begegnungen einer langen Reihe&#8230;wartet ab&#8230;</p>
<p>Nach dem Essen erkundeten wir Nájera. Ich wollte nun dringend mal nach neuen Wanderschuhen Ausschau halten. In einem alten Schuhgeschäft wurden mir mehrere Paare steinharter Wanderstiefel gezeigt, nee, das war es nicht. Wir schauten auf die Uhr, es war Zeit für die Messe. Und wieder erlebten wir einen langweiligen Altherren-Gottesdienst. In der Sakristei holten wir uns unser Credenzial und kamen mit dem Padre ein wenig ins Gespräch. Ja, es war ein alter Mann, der auch nicht der Ortspfarrer war. Unter seiner Alba trug er ein gestreiftes Hemd und braune Hosen, ein ganz einfacher Mann, in seiner ganzen Körpersprache freundlich, doch ohne Energie. Seine Mitarbeiterin schien hier auch das Heft in der Hand zu haben, sie übernahm alles und drückte die Stempel in die Kästchen und schickte uns durch den Seitenausgang nach draußen. Das war&#8217;s! Wir liefen zur Herberge zurück. Im Schlafsaal entdeckten wir gleich vorn eine Mutter mit Baby, das sie noch mit der Flasche fütterte. Das war auch ein ungewöhnlicher Anblick! Eine frühe Nachtruhe beendete unseren Tag, trotz der Menschenfülle schliefen wir prompt ein. Ein gänzlich unspektakulärer Pilgertag &#8211; irgendwie&#8230;</p>
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		<title>11.8.2010 Los Arcos &#8211; Logroño (31 km)</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 07:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_610" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1161.jpg"><img class="size-medium wp-image-610" title="Santa María Los Arcos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1161.jpg?w=300&#038;h=208" alt="" width="300" height="208" /></a><p class="wp-caption-text">Santa María Los Arcos</p></div>
<p>Um 6 Uhr klingelte unerbittlich der Wecker. Hier gab es auch keine Ausreden, wir konnten direkt das Licht einschalten und mussten nicht im Dunkeln wühlen, denn wir waren allein im Zimmer. Unser täglich Kaffee gab es in der Herbergsküche, recht spät brachen wir auf, als es dämmerte. Wir verabschiedeten uns im Vorbeilaufen von der schönen Santa-María-Kirche und im Geiste von den netten Menschen dort.</p>
<div id="attachment_611" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1165.jpg"><img class="size-full wp-image-611" title="Muchos Peregrinos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1165.jpg?w=640&#038;h=434" alt="" width="640" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Pilger unterwegs...</p></div>
<p>Der Camino war voll. Nach ein paar Schritten waren wir wieder auf voller Geschwindigkeit, unser morgendlicher Laufgenuss. Schnell mussten wir die Jacke ausziehen, es wurde warm. Wir begannen einen gemeinsamen Rosario, bei dem Santiago plötzlich entgegen aller Gewohnheit langsam laufen wollte. Ich verstand nicht, wieso. Irgendwie gab es darüber Unstimmigkeiten zwischen uns und wir brachen ab. Ich betete allein weiter,  Santiago sah ich noch ein Weilchen von hinten, traf ihn nochmals in Sansol, dann gar nicht mehr. In Sansol fotografierte mich ein Mann, drückte mir einen Zettel mit der Webadresse in die Hand, ich würde dort mein Foto finden. <a title="Pilgerfoto in Sansol" href="http://www.flickr.com/photos/ezkerra/4881394065/in/photostream/" target="_blank">Hier ist es!</a> Und wenn jemand ganz viele unterschiedliche Bilder sehen will, kann man das dort auch! Oder einfach mal <a title="Pilgerfotos von Sansol" href="http://www.flickr.com/photos/ezkerra/sets/" target="_blank">unter dem Datums des eigenen Durchquerens von Sansol </a>nachschauen! </p>
<p>Ich erinnerte diesen Weg und seine Steigungen und Abstiege, allerdings auch, dass wir ihn damals sehr zügig geschafft hatten. Diesmal klappte das auch. Allein erreiche ich Viana schon gegen 11 Uhr. Die Stadt war voll, vor allem voller Pilger, die hier ihre Frühstückspause gemütlich an den Brunnen und in den Straßencafés sitzen. Ich laufe durch bis zur Kirche Santa María de la Asunción, auf die ich mich schon gefreut habe. Meine Pause fand hier statt, meinen Rucksack setzte ich an einer Säule ab und genoss die halbdunkle, andächtige Stille in der Kirche.</p>
<div id="attachment_612" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1169.jpg"><img class="size-medium wp-image-612" title="Kirche Santa María Viana" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1169.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kirche Santa María Viana</p></div>
<p>Dieser Ort hat eine besondere Kapelle hinter dem Altar, etwas ganz Seltenes: die Stadtpatronin Maria Magdalena.  Ich ließ mich in Ruhe auf sie ein und hörte in mir, als ob sie mir sagt: Suche nicht nach Santiago! Gehe die Dinge mehr aus der Ruhe und deinem eigenen Schwerpunkt an. Ok&#8230; Es ist auch grad so: keiner steht hinter mir und wartet jetzt, dass ich endlich fertig bin, auch mal schön! Beim Hinausgehen wollte ich mir meinen Stempel abholen &#8211; und entdeckte, dass ich meinen Credencial in Los Arcos in der Herberge vergessen haben musste. Er hatte erst drei Stempel, der Verlust ist nicht so riesig, es hing nicht so viel dran, wie bei meinem alten Credencial mit den Stempeln von Porto, Coimbra, Fátima, Madrid und Montserrat. Obwohl, es ist der Credencial des Heiligen Jahres, den ich eben in Montserrat gekauft habe&#8230;</p>
<p>Was nun? Die Damen am Stempel schickten mich zum Tourismus-Büro. Doch dort gibt es auch keine Credenciale, sondern nur in der Herberge, die öffnete aber erst ab 12 Uhr. Aber sie riefen für mich in Los Arcos an, damit sie mir meinen Credencial und die anderen Papiere, z.B. die Emailadressen der Familie von Mari Carmen nach Hause schicken &#8211; ist inzwischen übrigens alles wohlbehalten hier &#8211; danke dafür! Noch war es nicht 12 Uhr, daher gönnte ich mir noch ein Eis im Schatten und Getümmel des Platzes an der Kirche. Ein anderer Pilger, der meine Geschichte im Tourismus-Büro mitbekommen hat, sprach mich an und empfahl mir, nach Los Arcos zurückzulaufen und meinen Credencial mir zu holen&#8230;neee, also wirklich nicht.</p>
<p>Da ich auch nicht bis Logroño warten wollte mit dem Credencial, damit ich den Stempel von  &#8220;Feliza &#8211; Higos, agua y amor&#8220; nicht verpasste, stand ich um 12 vor der &#8211; zumindest von außen &#8211; sehr schönen Herberge in Viana und erstand meinen neuen Credencial, eine Eigenkomposition von Viana mit grünen Emblemen vorn drauf. Er war mir eine lange Erinnerung an Maria Magdalena, an die ich jedesmal dachte, wenn ich auf meinen grünen Credencial schaute.</p>
<p>Kurz nach 12 suchte ich mir also wieder meine Pfeile und los ging es nach Logroño &#8211; weitestgehend bergab, denn die Stadt liegt schon von weitem sichtbar im Tal. Da ich alleine lief, nutzte ich die Gelegenheit zum Beten und Singen, ich kam an diesem Tag durch alle vier Rosenkranzgeheimnisse durch &#8211; auch mal wieder schön. Irgendwann blieb mir aber die Luft weg &#8211; es war heiß und mir wurde langsam schwindelig. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass die den Weg seit dem letzten Mal umgelegt haben. Das Industriegebiet zwischen Viana und Logroño führte jetzt durch ein Wäldchen an der Autobahn durch. Als ich wieder anfing, ständig zu stolpern, setze ich mich auf einen Erdwall hin, aß meine Tomate mit viel Salz, trank mein lauwarmes Wasser dazu.</p>
<div id="attachment_613" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1176.jpg"><img class="size-medium wp-image-613" title="Santiago unterwegs und rechts von ihm Giorgio" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1176.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Santiago unterwegs und rechts von ihm Giorgio</p></div>
<p>Endlos zog sich der Weg hin, es sind neue, extra für die Pilger angelegte Wege, die einen durch das Gewirr der Landstraßen, der Autobahn und des sich zwischen Viana und Logroño immer weiter ausdehenende Industriegebiet hindurchführen. Hoffentlich ist das bald zu Ende! Endlich, endlich erreichte ich den Stand, an dem ja nun nicht mehr Feliza, sondern ihre auch schon 75-jährige Tochter Maria sitzt und die Pilger vor Logroño begrüßt. Higos gab es in diesem Jahr nicht, aber der Stempel wurde in den nagelneuen Credencial gedrückt. Nun war es nicht mehr weit, das wusste ich. Vor der Ebro-Brücke von Logroño befindet sich jetzt für die Pilger ein Wasserbecken für die Füße, so wird es jedenfalls genutzt. Dort traf ich Giorgio wieder und fragte ihn, ob er Santiago gesehen hatte.  Hatte er, Santiago war schon LANGE durch!</p>
<div id="attachment_614" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1179.jpg"><img class="size-medium wp-image-614" title="Santiago parkte seinen Rucksack schon um kurz vor eins vor der Herberge" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1179.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Santiago parkte seinen Rucksack schon um kurz vor eins vor der Herberge</p></div>
<p>So überquerte ich auch den Ebro und ging &#8211; diesmal schnurstracks &#8211; auf die parroquiale Herberge zu, klingelte und wurde eingelassen. Zu dritt &#8211; eine ander Deutsche und ein Franzose &#8211; wurden wir von Antonio begrüßt und in die Regeln, Zeiten und Aktivitätender Herberge eingewiesen. Ich übersetzte für den Franzosen. Zum Schluss wurden wir gefragt, ob wir daraufhin bleiben wollten. Klar blieb ich. Hier gab es keine Bücher mit Listen, sondern für jeden ankommenden Pilger gab es einen Strich samt Nationalität auf einem Flipchart. Die Credenciale würden erst am späten Abend nach der Pilgerandacht gestempelt. </p>
<div id="attachment_615" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1034px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1180.jpg"><img class="size-large wp-image-615" title="Schlafplätze auf Matratzen - dafür am Herz der Madonna!" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1180.jpg?w=1024&#038;h=768" alt="" width="1024" height="768" /></a><p class="wp-caption-text">Schlafplätze auf Matratzen - dafür am Herz der Madonna!</p></div>
<p>Ich fragte Antonio, ob Santiago schon angekommen ist, da ich ihn nicht antraf. Klar war er schon. Er hatte auch schon zwei Schlafplätze besetzt und Antonio zeigte mir im großen Raum ganz hinten, direkt vor einem riesigen Madonnenbild, unseren Platz. Hier in Logroño gibt es Matratzen auf dem Fußboden, aber das ist völlig ok. Besser hier als in der munizipalen Herberge, lieber einfach, dafür mit Herz. Ich war völlig verschwitzt, geschafft, immer noch schwindelig und müde und legte mich erstmal hin, nur Schuhe aus und auf meinen Schlafsack gelegt. Alles andere würde erstmal sich gedulden müssen&#8230;</p>
<p>Als ich wieder aufwachte, war Santiago da. Er war schon vor der Öffnungszeit der Herberge in Logroño angekommen, hatte bereits die Stadt besichtigt. Joaquín, der zweite Hospitalero kam zu uns und begrüßte Santiago mit einem kräftigen Handschlag und &#8222;chévere&#8220;, das ist ein südamerikanischer Ausdruck für &#8222;klasse&#8220; oder &#8220;toll&#8220;. Mich nahm er in den Arm. Es war wirklich eine sehr herzliche Aufnahme hier in der Herberge.  Wir unterhielten uns eine Weile über &#8222;Woher-Wohin&#8220;, dann zog Joaquin weiter zu den anderen Pilgern. Die Herberge in Logroño hat nur zwei Badezimmer mit jeweils einer Dusche, einem Waschbecken und einem Klo, eins für die Männer, eins für die Frauen. Entsprechend rationell muss man mit der Körperhygiene umgehen.</p>
<p>Santiago erhielt heute viel Aufmerksamkeit aufgrund seines Namens. Jeder grinste bis johlte, wenn er ihn hörte, alle freuten sich, unterwegs einem leibhaftigen Santiago zu begegnen. Eine Pilgerin fragte ihn, ob sie ihn mal umarmen dürfte. Klar doch! Gegen 1/2 5 gingen wir in die Küche, um beim Kochen zu helfen. Hier in der Küche leitete und Luigi an, der 3. Hospitalero im Bunde aus Italien. Auch Luigi war wirklich klasse, schwung- und temperamentvoll, leidenschaftlicher Koch, trotzdem umsichtig, voller Freude und Humor. Santiago wurde zum Salatmachen eingeteilt, ich schnappte mir die Karotten und setzte mich an den Tisch neben der offenen Küche. Ich bin es gewöhnt, für viele Menschen mitzukochen. Seit meinem letzten Camino helfe ich &#8211; aus Dankbarkeit über Aufnahme und Versorgung auf dem Camino durch so viele Freiwillige &#8211; jeden Winter bei der allwöchentlichen Obdachlosenbetreuung in unserer Gemeinde. Mir gegenüber setzte sich Walter aus Paraguay, Seminarist und über den Sommer im Dienste der Santiago-Kirchengemeinde, und schnipptelte auch &#8211; Zwiebeln. Zunächst unterhielten wir uns über Romulo, den wir hier vor 3 Jahren als Seminarist kennen gelernt haben und mit dem wir eine wirklich herzliche Begegnung hier hatten.</p>
<p>Wir kamen ins Gespräch über den Papst. Weil ich Deutsche bin, wollte Walter wissen, was ich als Deutsche von Benedikt XVI. halte. Das war ja ein passendes Thema. Ich erzählte ihm, dass nach der anfängliche Begeisterung für unseren deutschen Papst inzwischen diese Begeisterung in Deutschland sehr abgekühlt war. Wir kamen dann in der Diskussion zu meinen Lieblingsthemen Eucharistie, Zölibat, Frauenpriestertum, aber auch zu erwünschten Armut und wie Jesus nun wirklich die Gemeinschaft beschrieben hätte, die er verwirklicht sehen wollte. Walter erzählte mir von der Armut der spanischen und lateinamerikanischen Pfarrer. Zu den anderen Themen argumentierte ganz viel, dass dieses eben Traditionen der katholischen Kirche seien, und schon deshalb zu erhalten seien (seit wann das denn???), selbst wenn sie nicht im Wort begründet sind. Frauen dagegen sind ohnehin ganz anders und für das Priestertum von der Anlage her völlig ungeeignet, was ja auch Paulus meinte, was ich widerum weder glaube noch nachvollziehen kann.</p>
<p>Auch das Zölibat halte ich für keine gute Idee und es ist ebenfalls nicht vom Wort und von Jesus Berufungspraxis her begründet. Ich glaube, dass Elternschaft ein wundervoller Weg zur Demut und zum Verständnis dafür sind, wie Gott uns liebt. Das Maß an Liebe, das mir Gott einfach ins Herz &#8222;gekippt&#8220; hat, als ich meinen Sohn bekam, das war wirklich überirdisch. Doch Er zeigt uns auch, dass Kindern mit Freundlichkeit und Förderung allein nicht beizukommen ist. Auf dem Weg zur Selbständigkeit sind sie auch immer wieder zu fordern, damit sie sich fühlen und erkennen können. Gerade die Kombination, ein Wesen so, so sehr zu lieben und trotzdem ihm nicht alles zu geben, was es will, sondern was es braucht, ist eine wichtige Erfahrung. So können wir auch Gottes Eingriffe in unserem Leben immer besser verstehen. Ein Zölibatär enthält sich dieser so natürlichen Schule der Liebe, die uns mit unserem ebenfalls natürlichen Sexualtrieb mehr als deutlich anempfohlen wird. Einen überzeugenden Grund gab er mir während der ganzen Unterhaltung nicht, ehrlich. Und so lade ich alle herzlich ein, mir gute Gründe zu nennen. Bisher habe ich keinen gefunden.</p>
<p>Allen Lesern will ich hier gern eingestehen, dass ich eine Verfechterin der Einheit der Christen bin, einer einzigen, geeinten christlichen Kirche, nicht der versöhnten Vielfalt unterschiedlicher Konfessionen. Ich kann es auch nicht nachvollziehen: In Gott ist keine Trennung, wir alle beten zum selben Jesus. Allerdings halte ich die katholische Kirche für einen sehr wichtigen und guten Teil von dem, was es derzeit gibt. Einige Dinge hat sie gut umgesetzt, andere dafür sind für mich in anderen Glaubensgemeinschaften auch deutlich gut und erhaltenswert! Für mich: Eine Wiedervereinigung der Kirchen sollte genauso friedvoll stattfinden wie die deutsche Wiedervereinigung. Doch sollte mit viel Herz und Geist und Orientierung an Wort und Schöpfung geprüft werden, was jeweils erhaltenswert ist. Nicht, dass wie bei der Deutschen Wiedervereinigung nur Bautzener Senf, Spreewälder Gurken, das Ampelmännchen und Rotkäppchensekt übrig bleiben&#8230;</p>
<div id="attachment_617" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1034px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1197.jpg"><img class="size-large wp-image-617" title="Santiagos Ergebnis als Salatkoordinator" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1197.jpg?w=1024&#038;h=768" alt="" width="1024" height="768" /></a><p class="wp-caption-text">Santiagos Ergebnis als Salatkoordinator</p></div>
<p>Irgendwann hatte ich alle Karotten und Walter alle Zwiebeln geschnitten und keiner hat den anderen überzeugt. Ich half Santiago in der Küche weiter beim Salat vorbereiten. Er hatte sich inzwischen herzlich mit Mario und Alina aus Italien angefreundet, die mit ihm gemeinsam am Salat arbeiteten. Wir waren ein tolles Team, wir lachten viel und schafften so 8 große Schüsseln Salat und einen großen Topf voller Nudelsoße. Anschließend wurden wir entlassen, um nun Logroño noch zu genießen. Schnell machten wir uns fertig, jetzt war shoppen dran. Ich brauchte endlich wieder ein 2. Paar Schuhe. In einem Chino-Basar fand ich brauchbare Flipflops zu einem verträglichen Preis. Ich behielt sie gleich an und endlich bekamen meine Füße wieder Luft. Und es gab eine große Flasche Fanta, die unseren großen Durst löschte. An einem Gebäude sahen wir eine Temperaturanzeige: Schon wieder 38 Grad! Kein Wunder, warum ich nach der Strecke wieder so fertig und geschafft aber auch durstig gewesen war.</p>
<p>Wir kamen rechtzeitig zur Abendmesse in die Kirche, sogar noch rechtzeitig zum Rosario. Ein kleiner Spanier betete recht laut an unserer Seite. So lernte ich den Mitpilger Inigo kennen, Santiago kannte ihn schon.  </p>
<div id="attachment_616" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1188.jpg"><img class="size-full wp-image-616" title="Interior de la Iglesia Santiago Real" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1188.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Innenraum der Santiago-Kirche</p></div>
<div id="attachment_618" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1187.jpg"><img class="size-medium wp-image-618" title="CIMG1187" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1187.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Jesús a Santiago Real" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Immer da: mein Gott, Therapeut, Lehrmeister, Gesprächspartner, guter Freund und ständiger Begleiter</p></div>
<p>Diese Kirche ist einfach ein Gedicht. Sehr hoch, ein weiträumiges Schiff. Vorn ist ein großer, goldener Hochalter mit einer ausdrucksvollen Santiago-Figur. An der dem Eingang gegenüberliegenden Seitenwand ist eine wundervolle Herz-Jesu-Figur. Im hinteren Teil der Kirche ist ein abgeteilter Raum, über dem ein großes Santiago-Schwert hängt. Dort befinden sich geschnitzte Holzsitze. Hier fand beim letzten Mal die Pilgerandacht statt.  Ein anderer kleiner Filipino-Seminarist (den Namen habe ich tatsächlich vergessen) war mit den Vorbereitungen beschäftigt. Als der Gottendienst begann, sahen wir auch den Capucchino wieder, der auch hier kozelebrierte.  Außer ihm waren noch zwei spanische Padres da, ein alter und ein noch älterer, hutzliger, den man bei der Lesung des Evangeliums nun gar nicht verstand. Schade, der nette, dunkelhaarige Padre, der uns beim letzten Mal so wundervoll betreut hatte, war nicht da, vielleicht war er ja im Urlaub. Mal. Walter hielt die erste Lesung. Die beiden Padres zelebrierten dann eine sehr langweilige Messe, das war total öde &#8211; kein Geist, nur Geleiere.</p>
<div id="attachment_619" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1189.jpg"><img class="size-full wp-image-619" title="Mit Antonio und Joaquin und zwei anderen Pilgern warten wir aufs Essen" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1189.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Mit Antonio und Joaquin und zwei anderen Pilgern warten wir aufs Essen</p></div>
<p>Nach der Messe blieben wir noch ein wenig auf der Straße und quatschten mit anderen Pilgern und den Hospitaleros Antonio und Joaquin, bevor wir alle hinaufgingen, um uns zum Essen fertig zu machen.</p>
<div id="attachment_622" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1198.jpg"><img class="size-full wp-image-622" title="Luigi, der italienische Küchenchef, und sein Salatmeister Santiago" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1198.jpg?w=640&#038;h=447" alt="" width="640" height="447" /></a><p class="wp-caption-text">Luigi, der italienische Küchenchef, und sein Salatmeister Santiago</p></div>
<p>Die Herberge war voll. Es waren viele Italiener da, eben rund um den Cappuccino. Es gab auch einige deutsche, zwei Jungs und ein blondes Mädchen. Santiago taufte sie Nadinchen. Wegen Nadinchen fragten uns auch Inigo und Marko, zwei spanische Pilger aus dem Baskenland, die uns gegenüber schliefen, ob in Deutschland alle Mädchen so hübsch wären. Nadinchen hatte Fußweh, wohl eine Blase und ging deswegen sehr vorsichtig mit sich um. Morgen würde sie den Bus nehmen.</p>
<div id="attachment_620" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1200.jpg"><img class="size-full wp-image-620" title="Dormitorio der Herberge" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1200.jpg?w=640&#038;h=409" alt="" width="640" height="409" /></a><p class="wp-caption-text">Schlafraum der Herberge</p></div>
<p>Im Comedor, dem Essensraum, waren alle Tische gedeckt bis zum letzten Platz. Zu uns setzten sich Mario und Alina und die Hospitaleros und die beiden Seminaristen. Außer dem von Santiago so hervoragend zusammengestellten Salat gabe es PASTA, von Luigi genial italienisch al dente zubereitet, dazu die Nudelsoße mit Tomate, Zwiebeln und den von mir zugeschnittenen Karotten. Auch dieser Abend bekommt einen Superlativ: Dieses war der insgesamt fröhlichste Abend des diesjährigen Caminos, der mit am meisten Gemeinschaft.</p>
<div id="attachment_623" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1203.jpg"><img class="size-full wp-image-623" title="Fröhliche Pilgertafel, eng, aber herzlich und lecker" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1203.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Fröhliche Pilgertafel, eng, aber herzlich und lecker</p></div>
<p>Gemeinsam wurde abgewaschen und dann ging es tief durch den Keller der Herberge in die Kirche zur Pilgerandacht. Wieder fand sie in dem abgeteilten Raum hinten in der Kirche statt. Jeder bekam ein Heftchen in seiner Sprache, um der Andacht folgen zu können bzw. ein Teilstück zu lesen. Auf Spanisch, Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch wurden die einzelnen Gebete, Psalmen, Segenswünsche gelesen.</p>
<div id="attachment_624" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1205.jpg"><img class="size-full wp-image-624" title="Pilgerandacht in der Santiagokirche" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1205.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Pilgerandacht in der Santiagokirche</p></div>
<p>Zum Schluss wurde das Licht gelöscht und eine große Kerze herumgereicht. Eine sehr berührende, andächtige-stille, ja auch romantische Stimmung kam in dieser alten Pilgerkirche auf, denn auf unseren Stühlen hatten bestimmt schon sehr, sehr viele Pilger gesessen. Jeder, der die Kerze in den Händen hielt, konnte sie ein wenig für sich betrachten und ihre Wärme spüren und in seiner eigenen Sprache ein paar Worte zu den anderen sagen. Santiago ergriff als erster das Wort: Er zeigte uns die Kerze als Beispiel. Jeder von uns sollte zur Kerze, zum Licht in der dunklen Welt werden, der den Anderen Licht und Wärme schenkt und sie aufweckt. Das Licht verglich er mit dem Bewusstsein &#8211; für den Nächsten, für unseren Planeten &#8211; um Anderen immer wieder einen Anstoß zu geben, bewusst achtsam, sorgsam und freundlich mit allem umzugehen und so Licht in unsere Weltgemeinschaft zu bringen. Ganz rührend fand ich ein französisches Pärchen. Er bedankte sich bei Gott und seiner Frau - sie mit glänzenden Augen ansehend -, dass er diesen Weg mit SEINER Helene gehen dürfte. Solche Männer sollte es mehr geben, das wünscht sich doch jede Frau, oder?</p>
<p>Ich selbst hatte an diesem Abend das Gefühl, dass zwar im Gottesdienst nicht viel Geist gewesen war, jedoch unter Pilgern und Hospitaleros ganz viel Gemeinschaft, Herzlichkeit, Freude und Teilen herrschte, so wie Jesus sie uns vorgeschlagen hat. In der Herberge war der Geist Gottes sehr lebendig, seine Früchte intensiv zu spüren. Ich wählte daher nur die Worte: &#8222;Jesús vive hoy y aquí!&#8220; &#8211; &#8222;Jesus lebt heute und hier!&#8220; Nach der Andacht zogen wir alle einmütig in die Sakristei, damit unser Credencial gestempelt wurde.</p>
<div id="attachment_625" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1206.jpg"><img class="size-full wp-image-625" title="Santiago und Antonio schreiben sich noch heute" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1206.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Santiago und Antonio schreiben sich noch heute</p></div>
<div id="attachment_626" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1207.jpg"><img class="size-full wp-image-626" title="Mario und Alina, zwei ganz herzliche Fahrradpilger aus Italien" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/11/cimg1207.jpg?w=640&#038;h=431" alt="" width="640" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Mario und Alina, zwei ganz herzliche Fahrradpilger aus Italien</p></div>
<p>In der Herberge zurück unterhielten wir uns noch eine Weile mit den Hospitaleros und Mario und Alina, so glücklich und strahlend fröhlich, wie er aussah, waren wir alle! Im Schlafsaal  frozzelte Santiago noch eine Weile mit Inigo und Marko, tauschte mit ihnen seine Facebook-Adresse aus. Sie wollten am nächsten Morgen sehr früh aufbrechen.</p>
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			<media:title type="html">Schlafplätze auf Matratzen - dafür am Herz der Madonna!</media:title>
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			<media:title type="html">Santiagos Ergebnis als Salatkoordinator</media:title>
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			<media:title type="html">Interior de la Iglesia Santiago Real</media:title>
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			<media:title type="html">Luigi, der italienische Küchenchef, und sein Salatmeister Santiago</media:title>
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			<media:title type="html">Dormitorio der Herberge</media:title>
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			<media:title type="html">Fröhliche Pilgertafel, eng, aber herzlich und lecker</media:title>
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			<media:title type="html">Pilgerandacht in der Santiagokirche</media:title>
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			<media:title type="html">Santiago und Antonio schreiben sich noch heute</media:title>
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			<media:title type="html">Mario und Alina, zwei ganz herzliche Fahrradpilger aus Italien</media:title>
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		<title>10.08.2010 Cirauqui &#8211; Los Arcos (39 km)</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 09:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino Francés]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Nacht hatte der Wind ganz schön gepfiffen, so dass wir uns fest in unsere Schlafsäcke und aneinander rollen mussten. Doch der nächtliche Sternenhimmel in den kurzen Aufwachmomenten war überwältigend und begleitete stetig und belohnte  immer wieder das Draußenschlafen. &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/09/22/10-08-2010-cirauqui-los-arcos-39-km/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=84&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;">In der Nacht hatte der Wind ganz schön gepfiffen, so dass wir uns fest  in unsere Schlafsäcke und aneinander rollen mussten. Doch der nächtliche  Sternenhimmel in den kurzen Aufwachmomenten war überwältigend und begleitete stetig und belohnte  immer wieder das Draußenschlafen.</p>
<p style="text-align:left;">Der Wecker war um 5.30 Uhr gestellt, doch es war noch stockdunkel, daher stellte ich den Wecker neu auf 6 Uhr, damit wir wenigstens etwas sehen konnten beim Einpacken. Die halbe Stunde verging in einer Minute und nun war wirklich das Aufstehen dran. Santiago half mir beim Zusammenrollen von Matte und Schlafsack, beides ist mir im morgendlichen Aufstehen doch anstrengend &#8211; für ihn glücklicherweise nicht.</p>
<p style="text-align:left;">Bald kamen wir nach Cirauqui. Noch vor dem Ortseingang sahen wir einen neu geschaffenen Ruheplatz mit Bänken, für das Heilige Jahr wohl alles nochmals neu gemacht. Doch hatte es damals all die neuen Häuser da beim letzten Mal schon gegeben? Hatten wir das alles verdrängt, nur unsere romantische Brille aufgehabt? Das alles konnte ich nicht erinnern&#8230;</p>
<p style="text-align:left;">Immer deutlicher wurde mir: man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Aus dem vielen &#8222;Te recuerdas? (Erinnerst Du Dich?) mussten wir bald herausfinden und diesen neuen Camino als ganz neue Erfahrung annehmen. Das Besondere des ersten Weges konnte nicht für den neuen Weg gelten, dieser Weg würde andere, neue Erfahrungen haben.</p>
<p style="text-align:left;">Trotzdem wollte ich in Cirauqui auf den Kirchplatz sehen, obwohl die Pfeile einen daran vorbei führen, denn es geht diesmal durch einen Tunnel unten am Ortszentrum vorbei, wo praktischerweise der städtische Pilgerstempel ausliegt.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align:left;">
<dl class="wp-caption  alignleft">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/09/100820101443.jpg"><img class="size-medium wp-image-85" title="100820101443" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/09/100820101443.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Chrismon Cirauqui" width="300" height="225" /></a> </dt>
<dd class="wp-caption-dd">Chrismon an der Kirche von Cirauqui</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:left;">Die örtliche Pilgerherberge lehrte sich gerade, als wir aufstiegen, uns kam dabei ein ganzer Schwung Pilger entgegen.</p>
<p style="text-align:left;">&#8222;Te recuerdas?&#8220; Wieder fragten wir einander. Ja, ich erinnerte mich, doch das Gefühl von damals kam nicht hoch. Es war eben früher morgen und damals war es Siesta-Zeit. Ich fand an der Kirche das gleiche Zeichen wie an der Kathedrale von Santiago &#8211; das Chrismon mit dem Omega links vom Alpha, ein Zeichen, dem ich nach dem letzten Camino viel Bedeutung zugemessen hatte.</p>
<p style="text-align:left;">
<p style="text-align:left;">Nach Cirauqui verläuft der Camino mal links, mal rechts der Autobahn, bis der Eingang nach Lorca gefunden wird. Uns kommt es so vor (&#8222;Te recuerdas en este camino?&#8220; Erinnerst du dich an diesen Weg?&#8220;), als verliefe der Camino jetzt viel mehr auf befestigten Schotterpisten als auf Sandwegen. Schön für Radfahrer und Regenpilger, schlecht für unsere Füße. Ja, ehrlich, diese Schotterpisten gingen mir schwer auf die Füße und damit immer mehr auf den Geist und ich sehnte mich zurück nach schmalen, fußschmeichelnden Sandwegen.</p>
<p style="text-align:left;">In<a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/09/100820101445.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-86" title="100820101445" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/09/100820101445.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a> Lorca hielten wir an zum Frühstück an dem ewig fließenden Dorfbrunnen. Wir machten uns frisch und sauber, wuschen schnell im Wasser aus, was von gestern noch roch und setzten uns auf die Bank. Pilger kamen vorbei, unter anderem eine Gruppe von 4 italienischen Pilgerinnen. Sie trafen auf zwei Bicigrinos, die sie wohl kannten, machten Erinnerungsfotos. Ein kurzer, lautstarker Auftritt, dann war es wieder vorbei und das Geplätscher des Brunnen war alles, was akustisch weiter unser Frühstück begleitete. Wieder ein &#8222;Te recuerdas?&#8220; als wir an den beiden Pilgerherbergen vorbeiliefen. Wir waren in der rechten eingekehrt&#8230;und auch an den Kaffeeautomaten am Ortsausgang erinnerte ich mich&#8230;doch gefrühstückt hatten wir schon&#8230;doch hatten all diese schicken Einfamilien-Häuser damals schon da gestanden???</p>
<p style="text-align:left;">Ebenfalls ohne viel Erinnerungen durchquerten wir Villatuerta. Als wir später auf dem Camino über diesem Ort sprach, konnten wir uns nicht mal nach 3 Wochen daran erinnern und mussten ihn in unserer Liste nachschauen, es waren nur vage Bilder hängengeblieben von Einfamlienhäusern und hellen Straßen, nichts war uns eines Bildes wert gewesen.</p>
<p style="text-align:left;">Nicht so Estella, die nächste Stadt. Unser Hirnspeicher sprang freudig an. Am Ortseingang trafen wir auf einen Spruch an der Wand: &#8222;Donde estan tus sueños, vivelos antes de morir&#8220; = &#8222;Wo sind Deine Träume? Lebe sie, bevor Du stirbst!&#8220; Wir waren gerade dabei&#8230; Am Brunnen neben der Kirche St. Pedro an der Plaza San Martin<em> </em>gönnten wir unseren Füßen eine nächste Pause, gönnten uns einen frischen Pfirsich.</p>
<p style="text-align:left;">Auf dem Weg aus Estella heraus hielten wir an einem Fahrradgeschäft an, denn Santiagos Matte hatte ein Loch, das er gern flicken würde. Doch die Flicken, die er brauchte, hatte er nicht. Der Laden war voll, die Bicigrinos standen Schlange. Eine Menge Material braucht man wohl mit dem Fahrrad, so wie es aussah. Der Weg stieg an. Doch ein Lidl-Schild lockte uns vom Camino weg, mal wieder günstig einkaufen war angesagt. Vor allem unseren Kaffeevorat konnten wir auffüllen, fanden aber auch wieder Gazpacho, auf dessen Kühle und gesunde Frische wir uns als Mittagessen schon freuten. Der Weg an der Straße war viel einfacher als der Camino zu laufen und so kamen wir schnell am Weinbrunnen von Irache an &#8211; der bis auf ein paar Tröpfchen leer war! Nun, dann also ins Kloster Irache mit seiner wunderschön einfachen, so friedvollen Kirche.</p>
<p style="text-align:left;">Nach dem Kloster kamen wir an dem großen Campingplatz vorbei. Vor einem Hostal auf der gegenüberliegenden Seite saßen ein paar junge Spanier. Der eine kommentierte: &#8222;Esa gorra es fea!&#8220; = &#8222;Deine Basecap ist häßlich!&#8220; Ich fragte ihn warum. Er sagte: &#8222;Porqué es de España, aquí es Pais Vasco&#8220; = &#8222;Weil sie von Spanien ist, hier ist das Baskenland!&#8220; Wäre ich schlagfertig, hätte ich gesagt: &#8222;Wenn das Baskenland Fußballweltmeister wird, dann trage ich eine Basecap vom Baskenland!&#8220; Bin ich nicht, aber dafür Santiago. Er erwiderte dem jungen Basken: &#8222;Die ganze Welt kennt dieses Land als Spanien, wenn du das anders siehst, ist das allein dein Problem!&#8220; Normalerweise sind ja Separatisten eher &#8222;konservative, alte Säcke&#8220;, hier kommen sie aber offensichtlich auch schon in jung. Santiago hat wirklich Mut! Wieviel, das sahen wir ein paar Tage später: in den Nachrichten kam ein Video von vermummten Basken mit erhobenen Fäusten, die wieder einmal eine neue Ära der Gewalt ankündigten.</p>
<p style="text-align:left;">
<p style="text-align:left;">Kurz vor Azqueta überholten uns mit langen Schritten zwei junge Spanier. Wir grüßten sie mit &#8222;Buen Camino&#8220;, sie grüßten zurück mit &#8222;Y un buen vino!&#8220;, während einer von ihnen eine große Plastikflasche voll mit Rotwein hochhielt. DA war also der Wein von Irache gelandet. Vor Azqueta liegt eine wunderbare Wegstrecke durch einen schattenspendenden Wald von Steineichen, was für ein Genuss. Es war schon Mittagszeit und die Hitze gewaltig, da wallt über jeden Baum Dankbarkeit auf. In Azqueta hielten wir für eine kleine Pause an, füllten unsere Wasserflaschen wieder auf und weiter ging es. Als wir zur Fuente de los Moros kamen, einem Haus mit einem tiefen Wasserbecken, da trafen wir die zwei Spanier mit der Weinflasche wieder. Sie waren splitterfasernackt und hatten in dem Wasserbecken gebadet, trockneten sich gerade in der Sonne. Gut, es waren zwei junge Kerls und die Hintern waren durchaus wohlgeformt, die sie so völlig bedenkenlos in die Welt hielten &#8211; aber &#8211; will ich das wirklich sehen? Nicht unbedingt&#8230; Zügig machten wir uns weiter auf den Weg nach Villamayor de Monjardin, ein fetter Anstieg. An diesem Tag überholten wir uns gegenseitig auch immer wieder mit einem belgischen Pärchen. Wir liefen schneller, sie machten weniger Pausen als wir. Sie blieben in Monjardin bei den Holländern, ihre Augen leuchteten.</p>
<p style="text-align:left;">Wir betraten in Monjardin die stockdunkle Kirche. Allmählich gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit und wir genossen die Kühle und die Stille der Kirche, kein Laut drang nach drinnen. Wissend um die großartige Akustik dieses Baus begann ich den Hymnus wieder zu singen: &#8222;El señor en nos hace maravillas! Gloria al señor!&#8220; Meine Stimme war für mich kaum wiederzuerkennen, so kraftvoll dehnte sich die kurze Melodie in der Kirche aus und umfing uns dann von allen Seiten. Ja, tief empfunden &#8211; Ehre dem Herrn! Beim zweiten Mal sang Santiago auch mit&#8230;</p>
<p style="text-align:left;">Wir wollten weiter nach Los Arcos, das waren noch 12 Kilometer. Wir hatten zwar schon 27 hinter uns, aber wir wollten auch so gern in Logroño übernachten, und dafür war Los Arcos einfach die perfekte Ausgangsstation, von Villamayor wären es über 40. Nach dem Kirchenbesuch suchten wir uns einen Ruheplatz und fanden in ganz monjardin(meinGarten)-mäßig unter einem breiten Walnussbaum. Auf der anderen Seite des Weges war ein Baum mit wunderbar reifen Reneclauden, die wir nur aufsammeln mussten &#8211; frisch, saftig, süß, herrlich. Ja, kleine und große Wunder &#8211; immer wieder. Wir schliefen ein für eine gesegnete Siesta. Als wir aufstanden, kam uns ein Pilger entgegen, der den Brunnen suchte. Er gab uns sofort die Hand, stellte sich als Giorgio vor. Giorgio erzählte von sich, er sei Leistungssportler und würde jeden Tag 40 km laufen. Er sei auch am 1. Tag von St. Jean Pied de Port bis Larasoaña durchgelaufen.  Meine Güte, das waren damals für uns zwei Etappen&#8230; Giorgio wollte auch noch bis Los Arcos laufen, stieg nun aber erstmal hinauf nach Monjardin &#8222;Stadtmitte&#8220;.</p>
<p style="text-align:left;">Wir schulterten die Rucksäcke und nun ging es für uns in den &#8222;großen Bogen&#8220; nach Los Arcos. Es war weiterhin heiß und glücklicherweise gab es unterwegs noch einen Brunnen. Das Wasser in meiner Flasche war schon wieder warm. Wieder machten wir unsere Haare und Klamotten nass &#8211; anders war es eben nicht zu ertragen. Die Strecke nach Los Arcos ist nach der Straße schier unendlich, wir mussten richtig beißen. Immer wieder denkt man, ja, jetzt ist es bald so weit, aber nach dem nächsten Hügel ist immer noch kein Ende in Sicht. Wir kannten ja &#8222;die Biege&#8220; am Wald entlang, wo der große Bogen endlich vorbei ist. Nein, die Hügelkette zur Linken war unerbittlich, der Durchlass lies sich nicht blicken. Die Kilometer gingen in die Knochen &#8211; mal wieder Penitencia pur, ein echter Bußgang. Auch die Uhr tickte unerbittlich weiter, es war schon sieben Uhr, als die Biege kam. Und dann &#8211; ist man immer noch nicht da, noch kein Haus, kein Kirchturm von Los Arcos zu sehen. Heute bekam ich mal wieder Bedenken mit dem Schlafplatz. Erst um halb acht kamen wir zu den ersten Häusern von Los Arcos, unterwegs hörte ich in mir: &#8222;In der Kirche wirst Du Deinen Schlafplatz finden.&#8220; Wir liefen an der großen Kirche St. Maria vorbei, ein Riesenauflauf davor. Wir gingen weiter zur Gemeindeherberge. Dort &#8211; trafen wir wieder auf die Hospitaleros aus Belgien, die schon damals diese Herberge geführt hatten und die wir nochmals in Hospital d&#8217;Orbigo und Astorga getroffen hatten. Ich sage es dem Hospitalero, doch er geht nicht darauf ein. Diesmal haben wir Pech &#8211; Completo, schon seit fast einer Stunde. Der Hospitalero meinte, im heiligen Jahr ist es nun mal anders, und schickte uns zu einer privaten Herberge in der nächsten Straße. Aber 9 Euro, nein, viel zuviel. Die stehende Hitze des frühen Abends begann sich in einen heftigen Wind zu wandeln, der Himmel bewölkte sich. Heute nacht draußen schlafen? Herr, hilf! Wir brauchen mal wieder eines Deiner &#8222;Maravillas&#8220;. Ich schaute auf meinen Herbergszettel und sah, dass die Pilgermesse um 20 Uhr beginnt. Wir liefen zur Kirche und fühlten uns sofort wie zuhause. Rechts an der Tür finden wir den Sello und so gibt es erstmal einen Stempel für unseren Credencial.</p>
<p style="text-align:left;">Dieses prächtige, reichgeschmückte Gotteshaus war gut gefüllt und es wurde zu Beginn eine Novene gebetet, stimmt, es geht auf Assunción &#8211; Maria Himmelfahrt am 15. August zu. Ganz anders als sonst gibt es hier keinen Vorbeter, sondern das läuft über CD. Was neues gibt es überall. Wir sehen wieder den Mann aus der Herberge in Pamplona, der immer so gut über alles Bescheid wusste. Er scheint den Priester zu kennen, läuft zum Altar und zur Sakristei. Als der Gottesdienst begann, ist er mit dabei. Der örtliche Pfarrer stellt ihn vor als italienischen Ordensmann von den Kapuzinern, der an diesem Tag kozelebrieren würde. Der Gute hat bei uns sofort seinen Namen weg, ab heute heißt er bei uns Capuccino. Die Messe ist schön und feierlich, es wird viel gesungen, die Menschen sind voll dabei. Vor drei Jahren waren sie mir alle so steif vorgekommen, jetzt ist das nicht mehr so. Sie haben auch einen neuen Pfarrer, der bei dem auf die Messe folgenden Pilgersegen sehr sympathisch &#8222;rüberkommt&#8220;! Schön, freut mich für alle!</p>
<p style="text-align:left;">Die Lesung aus dem Evangelium ist heute: Die zehn Jungfrauen, Mt 25,11-12: <em>Sie standen draußen und riefen: &#8216;Herr, mach uns die Tür auf!&#8217; <a id="b3ref40025012_vno">12</a> Aber er erwiderte: &#8216;Was wollt ihr denn? Ich kenne euch nicht!&#8217;</em> Da haben wir unsere Belehrung: Wir sollen abends pünktlicher sein, umsichtiger sein, uns besser kümmern! Ist mir recht, 39 km sind auch zuviel &#8211; obwohl, Logroño&#8230;</p>
<p style="text-align:left;">Doch es geschieht noch Gnade vor Recht. Wir fragten den Pfarrer nach einem Raum der Gemeinde, wo man schlafen könnte. Er verwies uns an ein paar Frauen, die uns zu einer weiteren Frau brachte, die sich unser Anliegen anhörte. Offensichtlich war sie von der Stadtverwaltung. Sie fragte uns, warum wir nicht in eine private Herberge gingen. Santiago schilderte ihr unsere finanziellen Begrenzungen. Mit den Worten &#8222;Ich kann hier nicht Räume öffnen, solange unsere Gewerbetreibenden, unsere privaten Herbergen noch Platz haben!&#8220; drückte sie uns 5 Euro in die Hand. Ich war völlig perplex. Betteln hatten wir ja nicht wollen. Santiago nahm die 5 Euro. Mir war das sehr peinlich und ich nahm mir vor, tatsächlich &#8211; wie die Jungfrauen &#8211; sorgsamer zu sein.  und so gingen wir in die Casa Austria, wo wir sogar ein eigenes Zimmer bekamen. Dort trafen wir auch Giorgio wieder, der schon geduscht war und sich ob unserer späten Ankunft wunderte.</p>
<p style="text-align:left;">Bei der Ankunft merkte Santiago, dass er seine Bauchtasche mit Pass und Geld in der Kirche vergessen hatte. Er flitzte wieder los zur Kirche, fand die Frauen wieder, die uns schon vorher geholfen hatten. Zuerst beruhigten sie ihn, dann fanden sie den Küster, der Santa Maria nochmals aufschloss, damit er seine Tasche holen konnte. Begeistert über so viel Hilfe kam er zurück. Maravillas! Schnell mussten wir alles Notwendige erledigen, denn schon bald sollte &#8222;Silencio&#8220; und &#8222;Licht aus!&#8220; beginnen.</p>
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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jubileo2010.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jubileo2010.wordpress.com/84/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=84&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>02.09.2010 Monte do Gozo – Santiago</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 14:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino Francés]]></category>

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		<description><![CDATA[Gott ist gross!! Das haben wir &#8211; analog zu Pilgern auf Franzoesisch &#8211; gestern am Monte do Gozo gerufen &#8211; als wir den ersten Blick auf Santiago warfen. Jawohl, wir sind heute angekommen! Die Fuesse sind hinueber, sehen erbaermlich aus, &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/09/02/02-09-2010-monte-do-gozo-santiago/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=80&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gott ist gross!! Das haben wir &#8211; analog zu Pilgern auf Franzoesisch &#8211; gestern am Monte do Gozo gerufen &#8211; als wir den ersten Blick auf Santiago warfen.</p>
<p>Jawohl, wir sind heute angekommen! Die Fuesse sind hinueber, sehen erbaermlich aus, ich bin viele Kilo leichter, die Hosen sind kaputt, ich habe nur noch ein paar Socken, das Geld weitestgehend aufgebraucht &#8211; aber &#8211; wir haben es geschafft!!!!</p>
<p>SANTIAGO!!!</p>
<p>El señor en nos hizo maravillas, Gloria al Señor! (Gott hat in uns Wunder geschaffen, Ehre dem Herrn!)</p>
<p>Heute frueh sind wir um 6 Uhr wieder aufgestanden und schon nach 5 km in Santiago. In der neuen Pilgerherberge &#8222;Al Final del Camino&#8220; haben wir vorab unsere Rucksaecke abgestellt. Von dort aus haben wir das Pilgerbuero besucht und unsere Compostela abgeholt und uns gleich danach bei der Puerta Santa angestellt. Ebenfalls wie im Fluge waren wir in der Kathedrale und durften den Santiago umarmen und sein Grab besuchen.</p>
<p>Weil es so schoen war, haben wir gleich zwei Gottesdienste besucht, in beiden wurde der Botofumeiro &#8211; das grosse Weihrauchfass &#8211; durch die Kirche geschwungen. Ich habe einen kleinen Film davon, der wird hier demnaechst eingebunden!</p>
<p>Und obwohl in der Kathedrale keine Fotos während der Messe erlaubt sind: sobald der Botofumeiro schwingt, sind die Fotoapparate oben! Und am Ende wird laut geklatscht! Ich denk, dass ist einfach menschlich&#8230;</p>
<div id="attachment_415" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/09/cimg1728.jpg"><img class="size-full wp-image-415" title="Der Botofumeiro schwingt in die Höhe " src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/09/cimg1728.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Der Botofumeiro schwingt in die Höhe: Alle die Fotoapparate raus!</p></div>
<p>Nach langer Zeit sind wir wieder hier online &#8211; vorher war einfach nichts zu machen. Wir werden nach all der Anstrengung jetzt die naechsten 4 Tage geniessen, dann geht es am 6. nach Madrid und dann nach Berlin!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jubileo2010.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jubileo2010.wordpress.com/80/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=80&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Der Botofumeiro schwingt in die Höhe </media:title>
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		<title>9.08.2010 Pamplona &#8211; Campo vor Cirauqui (33 km)</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 20:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino Francés]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir lassen uns Zeit am Morgen in Pamplona, denn wir wollen um 9.30 Uhr die Laudes in der Kathedrale mitmachen. In der super ausgestatteten Kueche der Herberge gibt es Kaffee und Brot. Wir sind fast die letzten, ausser einer belgischen &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/08/19/9-08-2010-pamplona-campo-vor-cirauqui-33-km/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=77&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir lassen uns Zeit am Morgen in Pamplona, denn wir wollen um 9.30 Uhr die Laudes in der Kathedrale mitmachen. In der super ausgestatteten Kueche der Herberge gibt es Kaffee und Brot. Wir sind fast die letzten, ausser einer belgischen Familie, die mit zwei Jungen im Alter um die 10 laeuft. Der Vater ist tagsueber mit den zwei Jungs unterwegs und der 16-jaehrigen Tochter, die Mutter faehrt im Auto nebenbei und sorgt fuer alles, was die Familie braucht. DAS finde ich hervorragend. Sofort kommt bei uns die Idee auf, doch auch schon im naechsten Jahr mit unseren Soehnen zu laufen.</p>
<p>Die Laudes sind sehr schoen, die franzoesische Familie ist auch dabei, ansonsten ist die Kirche fast leer, waehrend gut 10 Maenner dort singen. Schade! Was uns ueberrascht, das ist ein Mann dazwischen mit einer schwarzen, langen Robe.</p>
<p>Nach den Laudes kaufe ich mir noch eine neue Jakobsmuschel fuer meinen Rucksack, denn die, die ich mitnahm, ist schon in Montserrat kaputt gegangen. Nun bin ich wieder ein kompletter Pilger. Auf dem Weg aus Pamplona heraus kaufen wir noch im Supermarkt ein und fruehstuecken auf einer Bank. Es ist ca. 13.00 Uhr, als wir die Stadt verlassen. Es ist bewoelkt und frisch.</p>
<p>Nun hat uns der Camino Francés wieder! Was jetzt anfaengt, das ist ein: &#8222;Ach, daran erinnere ich mich noch&#8220; &#8222;Daran erinnere ich mich gar nicht&#8220; &#8222;Hier haben wir das letzte Mal das gemacht!&#8220;</p>
<p>Naja, das wird sich irgendwann wohl geben, man kann nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen und nicht zweimal auf dem Camino dasselbe erleben, moechte ich auch nicht!!!</p>
<p>Relativ zuegig gehen wir die Steigungen an, es geht nun 12 km hinauf zum Alto de Perdón. Die Wegfuehrung hat sich etwas geaendert. Es gibt viel mehr Pisten &#8211; Schotterwege, die weichen Wege vom letzten Mal sind nur noch in Spuren vorhanden. Schade &#8211; vor allem fuer die Fuesse.</p>
<p>Am Hang treffen wir auf zwei junge deutsche Maedchen, die auf eine Bank Pause machen. Sie haben geplant, am 18. September in Santiago einzutreffen, dann sind wir schon lange zuhause! Sie werden mit den Staffelstaeben der Eurocompostela eintreffen.</p>
<p>Es dauert gar nicht lange, da sind wir auf dem Alto de Perdón. Ein kraeftiger Wind geht hier. Santiago will gleich weiter und so geht es gleich wieder bergab &#8211; hat es damals auch schon so viele Steine gegeben? Oder habe ich das wegen meiner besseren Schuhe damals nicht bemerkt?</p>
<p>Vor Uterga kommen wir an der Marienstatue vorbei und schenken Ihr ein Ave Maria. Uns kommt es so vor, als ob viel neu gebaut wurde seither. Ich erinnere von damals einfach mit Uterga und Muruzábal  zwei urspruengliche Bergdoerfer, in denen es nichts zu Essen gab und keine Herberge und keine Bar. Erst in Obanos gab es was. Jetzt gibt es ueberall Herbergen und vor dem alten Kern neue Haeuser.</p>
<p>In Obanos halten wir an zur Essenspause &#8211; vor der Kirche, die wir anschliessend besichtigen. Wir bekommen einen Sello und unterhalten uns eine Weile mit der Frau, die stempelt. Eine sehr harmonische Kirche, schoen, dass sie offen war.</p>
<p>Weiter geht es nach Puente la Reina, das ist ja nicht mehr weit. Hier wollen wir bei den Padres Reparadores einkehren, doch die Herberge ist completo. Es ist schon nach 18 Uhr und sie kostet nur 4 Euro, kein Wunder also.</p>
<p>Wir durchqueren Puente la Reina auf der Hauptgasse, kehren in die Santiagokirche ein und ueberqueren die Bruecke. Jetzt liegt ein heftiger Aufstieg vor uns &#8211; den kennen wir schon. Doch trotz spaeter Stunde schaffen wir ihn relativ leicht, er ist auch gegenueber dem letzten Mal etwas entschaerft. Am Zaun an der Landstrasse stecken wir Kreuze, fuer uns jeweils eines und eines fuer Silvia, an die wir gerade denken. Als wir in Mañeru ankommen, ist die Fuente weg, an der wir damals so viel Wasser getrunken haben.</p>
<p>Auch in Mañeru gibt es jetzt eine Pilgerherberge, eine private. Wir laufen weiter uns suchen uns auf dem Feld einen schoenen Schlafplatz. Wir finden eine geschuetzte Stelle, haeufeln etwas herumliegendes Stroh auf und geniessen eine ruhigen Abend auf dem Feld! Schoen war das &#8211; vor allem nachts die Sterne!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jubileo2010.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jubileo2010.wordpress.com/77/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=77&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>09.08.2010 &#8211; Auf zum französischen Weg &#8211; Viva Pamplona</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 04:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino Francés]]></category>
		<category><![CDATA[Albergue Jesús y María]]></category>
		<category><![CDATA[Artieda]]></category>
		<category><![CDATA[blaue Steine]]></category>
		<category><![CDATA[Ciutadela]]></category>
		<category><![CDATA[Pamplona]]></category>
		<category><![CDATA[Plaza del Castillo]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Yesa No]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir standen sehr früh auf an diesem Tag, wir hörten, dasss oben im Dorf noch gefeiert wurde. War also auch kein so großes Pech, dass wir nicht in der Herberge übernachtet hatten, sondern in unserem persönlichen Refugio. Das Trampen nach Pamplona &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/08/18/franzoesischer-weg-zusammenfassung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=72&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_637" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101411.jpg"><img class="size-medium wp-image-637" title="Lächelnder Abschied vom Camino Aragonés" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101411.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Lächelnder Abschied vom Camino Aragonés und Vorfreude auf Pamplona</p></div>
<p>Wir standen sehr früh auf an diesem Tag, wir hörten, dasss oben im Dorf noch gefeiert wurde. War also auch kein so großes Pech, dass wir nicht in der Herberge übernachtet hatten, sondern in unserem persönlichen Refugio. Das Trampen nach Pamplona hat gut geklappt. Wir brachen früh auf in Artieda und liefen den Zubringer zur N 240, an der wir schon zwischen St. Cilia de Jaca und Puente la Reina de Jaca entlang gelaufen waren. Noch einmal querten wir den Camino Aragonés am Kilometer&#8220;holz&#8220;,787 km, dann war dieser Wegabschnitt auch vorbei. Wir überquerten wieder den Rio Aragón, dann bogen wir auf die 240 ab.</p>
<div id="attachment_635" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1095.jpg"><img class="size-full wp-image-635" title="Madrugada al río Aragón" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1095.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Sonntagmorgenstimmung am Rio Aragón</p></div>
<p>Beim Laufen halten wir schon den Daumen raus, aber keiner hielt an. An einer Tankstelle entschieden wir uns, zum Trampen zu bleibehn. Der Tankwart war  ein Engel und hilft uns, wo er kann. Es gab erstmal Kaffee, auch eine Toilette. Es fuhr sogar ein Bus demnächst. Wenn keiner anhielt, dann könnten wir auch Bus fahren. Aber erst mal sehen. Abwechselnd stellen wir uns an die Straße, doch der Tankwart kam nach einer Weile und riet uns, uns direkt an die Kreuzung neben der Tankstelle zu positionieren. Ich tat, was ich immer machte in solchen Situationen. Ich zückte meinen Rosenkranz und begann erstmal an diesem Sonntagmorgen den Herrn zu begrüßen und ihn um Hilfe zu bitten. Als ich den Rosenkranz fertig gebetet hatte, war es dann so weit. Ein Pärchen &#8211; er wollte mit seinem Leichtflugzeug fliegen gehen &#8211; nahm uns die ersten 30 km mit. Wir fuhren lange an dem großen Aragón-Stausee Embalse de Yesa entlang.</p>
<p>Von diesem Stausee hatten wir vorher schon einiges in Artieda gelesen. Die Bewohner der Gegend sind absolut dagegen, dass dieser Stausee &#8211; wie zur Zeit geplant &#8211; vergrößert werden soll. &#8220;Yesa No&#8220; heißt die Initiative. Das würde auch die Route des Caminos verändern. In Artieda gibt es einen Haufen mit blauen Steinen, die von den Pilgern als Protestnote auf dem Camino bis Santiago abgelegt werden können. Ich habe mir einige kleine Steine mitgenommen, die großen hab ich liegengelassen. Man muss sich ja nicht noch extra belasten.</p>
<p>Ich habe einen der blauen Steine später am Cruz de Ferro abgelegt, als Zeichen und auch für das Ablegen eigenen unbewussten Handels in Bezug auf die Umwelt und Verminderung meiner Teilhabe an Umweltsünden. Und es hat sich was getan daraufhin mit meinem Bewusstsein und meinem Leben! Mein Auto ist jetzt verkauft, ich beschäftige mich jetzt intensiv den Themen Bio und Fairtrade. Wir können die Dinge verändern! Wahrhaftig, durch Bewusstsein und bewusstes Handeln aller eine evolutionäre Entwicklung von unten nachhaltig anstoßen: Wenn alle auf Ökostrom umsteigen würden, wenn alle auf Bio umsteigen würden, wenn alle auf Fairtrade (Liebe Deinen Nächsten, auch Silas aus Senegal!) achten würden&#8230;wie könnte dann das andere bestehen bleiben? Atomstrom, Umweltzerstörung durch Intensivlandwirtschaft, Tierquälerei in der Lebensmittelproduktion &#8211; um nur drei ganz deutliche Beispiele zu benennen.</p>
<p>Das Pärchen laesst uns an der Tankstelle von Liédena aus und sofort konnten wir umsteigen in einen anderen Wagen, der uns bis nach Pamplona in die Innenstadt brachte. Es klappte einfach auf die erste Anfrage hin: Ein älteres Ehepaar war auf dem Weg zum Meer. An der Plaza Principe de Viana stiegen wir aus. Wir laufen nur ein paar Straßen weiter zur Herberge Jesús y Maria,die gerade aufgemacht hatte und registrietren uns. Im vordersten Teil der Herberge belegten wir unsere Betten, hier gab es als Wanzenschutz frisch gewaschene Bettwäsche für jeden! </p>
<div id="attachment_638" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101412.jpg"><img class="size-medium wp-image-638" title="Siesta en el patio del Albergue Jesús y María en Pamplona" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101412.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Siesta auf dem Patio der Herberge Jesús y María in Pamplona</p></div>
<p>Und nun begann das ganze übliche Camino-Programm, was in dieser wunderbaren Herberge möglich ist. Wir duschten, wir gönnten uns eine Waschmaschine, damit wir den Camino Francés wieder halbwegs &#8222;anständig&#8220; beginnen konnten, währenddessen gab es eine kleine Siesta im Hof, wir aßen die Reste der Feier aus Artieda. Zwei Leute fielen uns auf. Wir kamen ins Gespräch mit der langen, blonden Julia aus Deutschland, die mir von ihrem Waschmittel etwas abgab, Danke! Sie war von St. Jean gekommen und war noch in ihrer Orientierungsphase, ihrer &#8222;Geburt auf dem Camino&#8220;. Ich weiß, sie hat ihr Ziel erreicht. Ich sah sie an unserem letzten Tag in Santiago strahlend auf das Pilgerbüro zulaufen, selbstbewusste und dynamische Körpersprache, Hand in Hand mit einem Mann. Und wir sahen einen Mann in beiger Kleidung, der sehr gut Bescheid zu wissen schien und viele Ratschläge erteilte. Ihn würden wir das erste Mal in Los Arcos wiedersehen. Nachdem die Wäsche aufgehangen war, brachen wir auf, um das pulsierende Pamplona zu genießen:  voller Musik, voller Menschen und Pilger. Einsamkeit hatten wir jetzt lange genug&#8230;</p>
<div id="attachment_644" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1097.jpg"><img class="size-full wp-image-644" title="In der Kathedrale von Pamplona" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1097.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">In der Kathedrale von Pamplona</p></div>
<div id="attachment_639" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101415.jpg"><img class="size-medium wp-image-639" title="080820101415" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101415.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Wegweiser für Pilger in Pamplona" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Wo solls denn hingehen in Pamplona?</p></div>
<p>Unser erster Weg führt uns zur Kathedrale, die gerade Baustelle war. Wir wollen doch unbedingt morgen früh die Laudes nicht verpassen und schauen, wann wir dazusein haben. Und sie war wundervoll in mittäglicher Stille, alles war wunderbar an diesem Nachmittag in Pamplona, so wie wir es uns erhofft haben. Wir schauten an der Plaza vor dem Ayuntamiento nach und fanden wieder den Stand, wo wir kostenlos die schönen Postkarten schreiben konnten &#8211; von San Fermín, von der Kathedrale &#8211; schick! Auf den Murallas, der Stadtmauer umrundeten wir einen Teil der Altstadt von Pamplona, vom Parque de la Taconera wieder bis ein Stück hinter der Kathedrale. </p>
<p>Wir besuchten auch wieder die Ciudadela &#8211; Zitadelle und fanden  die Gruppe der Volleyball spielenden Ecuadorianer und ihrer Familien wieder. Santiago freute sich über einen Sonntagnachmittag im Park mit seinen Landsleuten, so wie es aus Quito kannte. Wir saßen auf einer Bank in der Sonne, genossen auch die Pause unserer Füße heute. Kurz vor sechs Uhr machten wir uns in die Stadt auf, um zum abendlichen Gottesdienst nach St. Nicolás zu kommen, doch irgendwas stimmte an unserem Timing nicht, es gab keinen.</p>
<p>Zurück in der Altstadt: Überall tauchte Musik auf. An vielen Stellen in der Stadt sind kleine Bühnen aufgebaut, an denen Konzerte unterschiedlichster Art stattfinden: klassischer Gesang, Jazz, Blechbläser, davor stehen ein paar Stuhlreihen und man kann sich einfach hinsetzen und zuhören, wenn jemand anfängt. Viele, die den Camino Aragonés gelaufen sind, schütteln wahrscheinlich den Kopf ob unseres Abbruchs, aber: das war jetzt echt ganz genau, was wir brauchten! Der Camino Catalán ist vom Aragonés nicht zu toppen, aber wir wollen jetzt mal feiern und Urlaub von einem Camino Duro! Wir sind nun mal beide Großstädter und lieben auch &#8220;Summer in the City&#8220; und eben vom letzten Mal besonders Pamplona! Immer wieder kommt aus irgendeiner Gasse Musik, ein kleiner Umzug, Menschen tanzen zu mitreißender Musik: Fröhlichkeit, Lockerheit, Kultur, Folklore, Ausgelassenheit! Genau das, was uns Jesús, Salvador, María Cruz und Consuelo verschrieben hatten! Für einen Nachmittag mutierten wir vom asketischen Pilger zum relaxten Spanien-Urlauber. Ich lasse einfach mal wieder die Bilder sprechen:</p>
<div id="attachment_647" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1109.jpg"><img class="size-full wp-image-647" title="Blaskonzert auf dem Platz gegenüber dem Ayuntamiento" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1109.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Blaskonzert auf dem Platz gegenüber dem Ayuntamiento</p></div>
<p>Auf dem Rückweg trafen wir den Radfahrer von der Kathedrale in Huesca in einer Gruppe von Bicigrinos wieder. Er war inzwischen nach St. Jean Pied de Port geradelt und von dort aus über Roncesvalles nach Pamplona. Ganz stolz und zufrieden war er auf sich und seinen Weg und wohl ebenfalls froh, unter anderen Bicigrinos zu sein. Wir fragten ihn nach einem Flicken, aber er hatte nichts passendes für uns. Obwohl es Sonntag war, waren einige kleinere Läden auf und so erstanden wir uns noch alles notwendige für ein Abendbrot.</p>
<p>Mit einem Konzert auf der Plaza del Castillo und einem fruchtigen Eis ließen wir den schönen Tag ausklingen.</p>
<div id="attachment_634" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101422.jpg"><img class="size-full wp-image-634" title="Concierto en la plaza del Castillo, Pamplona" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/080820101422.jpg?w=640&#038;h=429" alt="" width="640" height="429" /></a><p class="wp-caption-text">Konzert auf der Plaza del Castillo in Pamplona</p></div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/jubileo2010.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/jubileo2010.wordpress.com/72/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=72&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Siesta en el patio del Albergue Jesús y María en Pamplona</media:title>
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			<media:title type="html">Concierto en la plaza del Castillo, Pamplona</media:title>
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		<title>Aragonesischer Weg &#8211; Zwischenspiel</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 04:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>imantlitzderliebe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Camino Aragonés]]></category>
		<category><![CDATA[Camino de Santiago]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur einen kurzen Besuch statteten wir dem Aragonesischen Weg mit der Etappe von St. Cilia de Jaca nach Artieda ab &#8211; gewissermaßen ein Zwischenspiel. Er hatte allerdings eine wichtige Nachricht für uns&#8230; Wir brachen morgens relativ hungrg in St. Cilia &#8230; <a href="http://jubileo2010.wordpress.com/2010/08/18/aragonesischer-weg-zusammenfassung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=jubileo2010.wordpress.com&amp;blog=14689198&amp;post=69&amp;subd=jubileo2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_591" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/070820101390.jpg"><img class="size-medium wp-image-591" title="Albergue St. Cilia de Jaca" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/070820101390.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Albergue St. Cilia de Jaca</p></div>
<p>Nur einen kurzen Besuch statteten wir dem Aragonesischen Weg mit der Etappe von St. Cilia de Jaca nach Artieda ab &#8211; gewissermaßen ein Zwischenspiel. Er hatte allerdings eine wichtige Nachricht für uns&#8230;</p>
<p>Wir brachen morgens relativ hungrg in St. Cilia de Jaca auf, nichts war offen, es war zudem Sonntag&#8230;. Zügig wie immer liefen wir voran, es ging eben voran immer in der Nähe der Landstraße, mal links davon mal rechts. Die erste Station sollte heute Puente la Reina de Jaca sein. Auch der Fluss Aragón war mal näher und mal weiter von uns weg. Einmal durchquerten wir ein kleines Waldstück, in dem viele Steinmännchen aufgerichtet waren.</p>
<div id="attachment_592" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1078.jpg"><img class="size-full wp-image-592" title="Mojones en el camino Aragonés" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1078.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Steinmännchen auf dem Camino Aragonés</p></div>
<div id="attachment_594" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/070820101391.jpg"><img class="size-full wp-image-594" title="Rio Aragón" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/070820101391.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Rio Aragón in der Morgensonne</p></div>
<p>Wir erreichten nach 6 1/2 km Puente la Reina de Jaca und hofften auf Frühstück. Wir überquerten die Brücke über den Aragón, wunderbar sauberes Wasser. Vorn am Ortseingang befindet sich ein Café und es ist auch schon einiges los. Wir fragten nach einer Panaderia. Sie ist einiges die Straße hinunter, so informierte uns ein Mann mit Hund. Wir fanden sie, doch die Entscheidung war schwierig. Wir hatten keine Vorräte mehr, aber alles war total teuer, so eine echt gestylte Landapotheke. Brot, das war einfach, aber was dazu? Nur trocken Brot, das ist ja nichts, aber alle &#8222;Beilagen&#8220; kosten ab 3 Euro aufwärts. Nach eine Weile entdeckte ich Empanadas, davon nahm ich mir lieber zwei mit Schinken und Speck mit, dafür keine Beilagen. Auf der Bank gegenüber wurde gleich die erste vernichtet, am Brunnen das Wasser aufgefüllt. Auch an der Tankstelle schauten wir uns nochmals um, aber ein ähnliches Preisniveau für relativ sinnlose Sachen. Ein Rolle Marias durfte noch mit, das war alles, was wir an Ausbeute aus Puente la Reina mitnahmen. Das konnte hier ja heiter werden: In Jaca hatte es einen Mercadona-Supermarkt gegeben, wie wir auf Plastiktüten anderer hatten erkennen können. Bis Artieda würde es gar nichts geben&#8230;und bis Artieda waren es noch 22 km. Den Abstecher bergauf nach Arres wollten wir nach dem gestrigen Tag uns nicht antun, es gab eh nur eine Herberge.</p>
<p>Wir waren beide schwer genervt. Erst gestern die teure Herberge in St. Cilia mit dem ebenso teuren Essen, dann hier auch nichts Sinnvolles zum Einkaufen, eigentlich nichts bisher seit der Bäckerei von Loarre. Und das war schon vorgestern gewesen. Und voraus vor Sangüesa, das waren über 50 km hin, keine öffentliche Herberge und kein Supermarkt.</p>
<p>Die Genervtheit hielt auf dem Camino an. Ich war noch von der gestrigen Mega-Etappe geschafft und jetzt lag auch noch so viel vor uns. Ich fühlte mich total unter Druck, was so auch aus meinem Alltag schon kein unbekanntes Gefühl für mich war. Diese Kilometer, die wir im Kopf hatten, diese Mindesttagesdistanzen und klar, durch unseren komplexen Plan hatten wir nochmals Druck aufgebaut. Wir hatten uns zwar innerlich schon davon verabschiedet, diesmal alles zu laufen, es war einfach zu heiß. Wir würden kürzere Etappen mit viel bergauf nicht mehr mit XXL-Etappen ausgleichen können, die wir damals gelaufen waren, 40 oder 50 km am Tag. Wir hatten gemerkt, dass wir zwar gut drauf waren, aber das war diesmal nicht drin, das war schon zu spüren. Meine Füße waren reichlich angegriffen. Jeden Abend behandelte ich sie und betete ständig um Heilung.</p>
<p>Als Santiago mich dann fragte, was denn sei, da platzte es total aus mir heraus. Immer dieser Druck, Druck, Druck, stellte ihm mein Dilemma da. Klar, dass ich ihn mir vor allem auch selbst machte. Aber auch für mich immer die Frage, weil ich mich da noch nicht so gut auskannte. Wie war es denn mit Gott? War es ihm genug, was ich machte? War er zufrieden? Wenn ich nun immer bete: Dein Wille geschehe! Geschah er denn auch in meinem Leben, durch mich? Woher wüsste ich denn, wann es mal genug war, wieviel er denn verlangen würde? Ich hatte hierauf bisher klare Antwort gehalten, konnte noch nicht die Geister scheiden: War die freundliche Stimme Seine Stimme, die zufrieden war, oder war Seine Stimme die, die immer mehr von mir wollte. Seit ich Gott in mein Leben so stark mit einbezogen hatte, war ich nicht allein die, die nicht wusste, wann genug war. Jemand hatte mal über mich geschrieben: &#8230;&#8220;die sich ständig selbst überforderte und sich im tiefsten Innern nicht mehr als wertvoll erleben konnte.&#8220; Und nun war ich dabei, einen Teil davon auf Gott zu projizieren, ohne aber wirklich klar zu wissen, war Er wirklich von mir erwartete. Und echt blöd, man verfällt so gern in alte Gewohnheiten, vor allem, wenn man jemandem gefallen möchte. Und ich wollte Gott gefallen. Und sicher bin ich nicht die Einzige, der diese Ungewissheit Probleme bereitet. Ja, zudem hatte ich mich auf dem Camino Catalán sehr gefordert und vor allem in den letzten zwei Tagen in den Pyrenäen, damit Santiago hier sein großes Erlebnis, seine gute Zeit hat.</p>
<p>Kurz darauf kamen wir an einem Rastplatz mit Wandermöblierung, bestehend aus Tischen mit Bänken und einem schattenspendendem Dach mit Brunnen. Wie gut, das war hier eine ziemliche Durststrecke, es war auch schon wieder heiß, ging gegen 30 °. Plötzlich sahen wir in der Distanz so etwas wie vier Reiter herankommen, so wie die Musketiere. Als sie näher kamen, sahen wir, dass sie Radfahrer waren. Wir saßen ein paar Meter abseits vom Weg, doch dir Radler hielten direkt auf uns zu. Der erste bremste direkt vor unserem Tisch und lächelte uns an, die anderen bremsten kurz hinter ihm. Santiago begann das Gespräch ungewöhnlich mit: &#8222;No hay pan &#8211; hier gibt&#8217;s kein Brot!&#8220; &#8222;Pero fruta &#8211; aber Obst!&#8220; antwortete der Radfahrer und wies auf einen grünen, unreifen Apfel, der auf einer Ecke des Tisches lag. Wir lachten alle und so entspann sich eine vergnügte Unterhaltung:</p>
<p>Wir berichteten von unserem tollen <a></a>Camino Catalán und die Radfahrer erzählten, sie wären jetzt auf dem Camino Aragonés unterwegs &#8211; aber wie die Könige. Sie würden in Hotels und Hostals absteigen. Sie hätten nicht ihren gesamten Hausrat auf dem Rücken, sondern nur ihre Kleidung. Im Hotel gäbe es frisch bezogene Betten. Und sie würden schön Essen gehen, so richtig die Zeit genießen und es sich gut gehen lassen. Wow, das klang nett. Sie sahen auch alle sehr gut gelaunt aus! So ganz das Gegenteil von dem, was so vor 500 m aus mir hervorgebrochen war. Zum Abschluss fragte Santiago, wie er es oft tat, die Radfahrer nach ihrem Namen. Der erste sagte:</p>
<p style="text-align:center;"><strong>Jesús</strong></p>
<p>Der zweite sagte:</p>
<p style="text-align:center;"><strong>Salvador</strong> (der Retter)</p>
<p style="text-align:left;">Die dritte sagte:</p>
<p style="text-align:center;"><strong>María Cruz</strong> (Maria vom Kreuz)</p>
<p style="text-align:left;">Die vierte sagte:</p>
<p style="text-align:center;"><strong>Consuelo</strong> (Trost)</p>
<p style="text-align:left;">Wir alle johlten, das war ja eine illustre Gesellschaft, die hier unterwegs war und uns eine wichtige Nachricht in einem kritischen Moment hinterlassen hatte. Wir hatten aber auch noch einen in Petto. Sie fragten uns auch nach unserem Namen. Als Santiago seinen Namen sagte, fielen die vier fast vom Fahrrad und johlten noch lauter!</p>
<p style="text-align:center;"><strong>Santiago !!!</strong></p>
<p style="text-align:left;">Sie freuten sich total: Jawohl, SIE waren gerade angekommen! Santiago bot ihnen an, dass sie ihn umarmen könnten. Ich hatte auch noch etwas &#8211; zwar nicht so aufregendes zu bieten. Den Namen eines Engels: Gabriele. Die vier tankten noch Wasser, dann machten sie sich noch besser gelaunt auf den Weg.</p>
<p style="text-align:left;">Ja, was hatte mir der liebe Gott da sagen wollen? Er hatte alles in breiter Front und mit strahlendem Gesicht aufgefahren, von Jesus, dem Salvador, zu Maria und dem Trost. Ich darf es mir auch leichter machen und mit dem Druck nachlassen &#8211; würde ich nun sagen.</p>
<div id="attachment_596" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1084.jpg"><img class="size-full wp-image-596" title="800 km a Santiago" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1084.jpg?w=640&#038;h=853" alt="" width="640" height="853" /></a><p class="wp-caption-text">800 km a Santiago</p></div>
<p style="text-align:left;">Gegen halb 12 erreichen wir den Kilometerpfeiler 800, noch 800 km bis Santiago! Es war wieder heiss hier, im weiteren Verlauf des Caminos liefen in einer Senke. Der Weg ist hauptsächlich Piste, wieder viele Steine. Es ging viel kleinteilig bergauf und bergab. Wollte man in einen Ort, dann musste man auf die Berge klettern, worauf wir verzichteten.</p>
<div id="attachment_597" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1085.jpg"><img class="size-full wp-image-597" title="Ni a Martes, ni a Mianos" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1085.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Weder nach Martes noch nach Mianos...</p></div>
<p style="text-align:left;">Einmal rasteten wir an einem Bach. Ich setzte mich unter einen schattigen Busch, Santiago setzte sich in den Bach. Andere Pilger erzählten uns später, sie hätten sich an dieser Stelle unter die Brücke gesetzt, um etwas Schatten zu bekommen.</p>
<div id="attachment_595" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/070820101393.jpg"><img class="size-full wp-image-595" title="Santiago hace pausa" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/070820101393.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Santiagos Pause</p></div>
<p style="text-align:left;">Zwischendurch gab es einen kleinen Wegabschnitt durch Bäume, recht grün, auf einem weichen Weg, aber nur kurz. Am Nachmittag gönnten wir uns eine Siesta auf einer Wiese unter ein paar Bäumen. Wir schliefen beide ein und als wir aufwachten, da lagen wir beide schon wieder in der prallen Sonne.</p>
<div id="attachment_599" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1086.jpg"><img class="size-full wp-image-599" title="Subida a Artieda en la caretera" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/cimg1086.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Aufstieg nach Artieda auf der Landstraße</p></div>
<p style="text-align:left;">Gegen fünf kamen wir in Artieda an und fanden ganz oben auf dem Berg die Pilgerherberge. Wir gingen rein und wieder raus. Nee, also wir und unser Budget sind nicht kompatibel mit dem Camino Aragonés hier! Das sollte schon wieder 9 Euro kosten. Heute hatten wir mehr Kraft und machten uns wieder auf die Socken. Das würde wieder eine Nacht unter dem Sternenhimmel! Wir fanden in der nähe einen schönen, geschützten Unterstand. Wir ließen unsere Rucksäcke dort und wieder nach Artieda zurück, dort sollte nämlich ein Fest stattfinden.</p>
<p style="text-align:left;">Wir entschieden uns, die Liste der nächsten Orte auf dem Camino Aragonés vor Augen: Hier bleiben wir nicht! Keine Ahnung, wann wir wieder irgendwo günstig übernachten könnten, keine Ahnung, wann hier der nächste Supermarkt kommt. Am nächsten Morgen würden wir nach Pamplona trampen und von dort aus auf den Camino Francés. Mit den Preisen dort würden wir besser klarkommen. Und: wir freuten uns richtig dolle auf Pamplona, in die Stadt hatten wir uns schon beim 1. Mal verliebt, all die Musik, die kleinen Gassen, all das Leben dort! Wir setzten die Nachricht um, und machten es uns leichter. Nach einem Camino duro sollte es jetzt etwas mehr ein Camino Suave werden&#8230;</p>
<p style="text-align:left;">Alle Pilger, die in St. Cilia gewesen waren, trafen auch im Laufe des Abends in Artieda ein. Auf dem Fest lernten wir sie alle etwas besser kennen, was sehr schön war. Viele gaben uns recht und einige überlegten sich, ob sie das auch machen sollten. Wir hörten viele Pilgergeschichten, z.B. von einer Irin, die sich ganz spontan für die Reise entschieden hatte, die einfach losgelaufen war und die am 15. August irgendwo ankommen würde und von dort aus ihre Rückreise antreten würde. Von dem italienischen Pärchen, das von Lourdes aus gekommen war, da, wo wir auch das letzte Mal losgelaufen waren und die auch nach Santiago wollten. Die drei jungen Barceloneten. Die Russin mit Freundin und Sohn. Eine Frau mit südamerikanischer Herkunft, für mich ganz schwer zu verstehen, die irgendwo in Spanien in der Pflege arbeitete, und die die letzte Nacht sehr günstig in Arres übernachtet hatte und einfach so weit lief, wie sie kam.</p>
<div id="attachment_603" class="wp-caption alignright" style="width: 233px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/schokolade-in-artieda.jpg"><img class="size-full wp-image-603" title="Schokolade in Artieda" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/schokolade-in-artieda.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Schokolade in Artieda</p></div>
<p style="text-align:left;">Sie machte uns darauf aufmerksam, dass es hier bald Schokolade gäbe! Gab es auch. Also das ist ein einigermaßen flüssiger Schokoladenpudding mit länglichen Keksen, mit denen man die Schokolade aus dem Glas lutscht. Lecker war das, für mich doppelt, für Santiago dreifach.Der nächste Programmpunkt war eine Schaummaschine für die Kinder. Ich hatte mich schon gewundert, was die hier alle in Badeanzügen machten. Nach der fröhlichen Schaumschlägerei besuchten wir die Kirche, die der Hospitalero aufgeschlossen hatte.</p>
<div id="attachment_602" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/schaummaschine-artieda.png"><img class="size-full wp-image-602" title="Die Schaummaschine für die Kinder von Artieda" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/schaummaschine-artieda.png?w=640&#038;h=241" alt="" width="640" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Die Schaummaschine für die Kinder von Artieda</p></div>
<p style="text-align:left;">Das war angenehm zwischendurch, ruhig und für ein Resumée des Camino Catalán mit Oben geeignet, eine romantische kleine Pfarrkirche.</p>
<p style="text-align:left;">Als wir wieder auf den Platz kamen, war der Schaum weitestgehend abgeräumt, dafür gab es leckere Bocadillos mit Gegrilltem, aahhh mit Longaniza hatte ich. Longaniza ist eine abwechslungsreich  gewürzte Paprikawurst, die man sowohl frisch und gegrillt wie auch getrocknet essen kann. Gegrillt schmeckt sie wie eine sehr feste, würzige Bratwurst. Für den nächsten Tag haben wir uns gleich noch eins davon einpacken lassen, wer weiß, wann man hier wo wieder was zu essen kriegt. Nach drei mageren Tagen ein Festmahl für uns.</p>
<div id="attachment_604" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/fest-in-artieda.png"><img class="size-full wp-image-604" title="Fiesta en Artieda" src="http://jubileo2010.files.wordpress.com/2010/08/fest-in-artieda.png?w=640&#038;h=477" alt="" width="640" height="477" /></a><p class="wp-caption-text">Fiesta en Artieda</p></div>
<p style="text-align:left;">Später tratt eine Band auf und spielte zunächst Tanzmusik später für die Kinder zum Mitmachen auch einige Lieder, z.B. eine Polonaise  und einen Ausflug  zum Spanischlernen in der Küche mit dem Lied &#8222;La Baile de la Taza&#8220; (<a title="La Baile de la Taza" href="http://www.youtube.com/watch?v=cems8OXDUwY" target="_blank">hier ein Video von dem Lied</a>), bei dem alle begeistert mitmachten und Tasse, Gabel, hohe und flache Teller etc. darstellten. Wir tanzten ein wenig mit und hatten so ein schönes Abschiedsfest. Gegen Mitternacht verabschiedeten wir uns und suchten unser Plätzchen auf und schliefen geruhsam am Busen von Mutter Natur.</p>
<p style="text-align:left;">Morgen geht es auf die Landstrasse, nach Pamplona trampen! Chévere!</p>
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			<media:title type="html">Rio Aragón</media:title>
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			<media:title type="html">Ni a Martes, ni a Mianos</media:title>
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			<media:title type="html">Santiago hace pausa</media:title>
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